Türkei: Bei der Hagia Sophia geht es um Nationalismus

Am 10. Juli kündigte Präsident Erdogan in einer Rede an die Nation an, dass die ehemalige Basilika der Hagia Sophia, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, am 24. Juli 2020 wieder für muslimische Gottesdienste geöffnet werden soll. Er hob hervor, dass die Umwandlung des monumentalen Komplexes in eine Moschee „ein Hoheitsrecht“ der Türkei sei. Der türkische Staatsrat, der auf Erdogans Wunsch hin in dieser Frage entscheiden sollte, hob das Dekret des damaligen Präsidenten Mustafa Kemal (Atatürk) vom 24. November 1934 tatsächlich auf. Letzterer hatte die Hagia Sophia, die nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen (1453) zur Moschee geworden war, in ein Museum umgewandelt. Das internationale päpstliche Hilfswerk „Aid to the Church in Need“ (ACN) sprach wieder mit Etienne Copeaux, der sich als Historiker mit der zeitgenössischen Türkei befasst, um mit ihm der Frage nachzugehen, was hinter der jüngsten Entscheidung steht. Der frühere Mitarbeiter des Französischen Instituts für Anatolische Studien (Institut Français d’Études Anatoliennes) in Istanbul und ehemalige Forscher am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique) betreibt den Susam-Sosak-Blog, der ausschließlich der Türkei gewidmet ist. Das Interview führte Christophe Lafontaine.

1) Würden Sie sagen, dass Erdogan, indem er die alte christliche Basilika der Hagia Sophia, die seit 1934 ein Museum gewesen ist, wieder in eine Moschee umwandelt, einen schon lange bestehenden Prozess besiegelt?

Der Prozess geht zurück auf die Zeit der Eroberung von Konstantinopel (1453), bekannt als „Fetih“, wörtlich „Öffnung für den Islam“. Der Eroberer, Sultan Mehmet II., hat den Beinamen Fatih, „der, der einen Gewinn für den Islam realisiert hat“. Um die Einnahme der Stadt und den Untergang des Byzantinischen Reiches durch eine Handlung zu „bezeugen“, begab sich Mehmet II. zur Hagia Sophia (türkisch Ayasofya), um dort zu beten. Das ist eine sehr wichtige Geste. Auf diese Weise wurde die Hagia Sophia für fast fünf Jahrhunderte zu einer Moschee. Darüber hinaus findet die Ayasofya auch in Aussprüchen Erwähnung, die Mohammed zugeschrieben werden (Hadith). Eines der Hadithe des Propheten verkündete, derjenige, der Konstantinopel einnähme, würde Ruhm erlangen, und tatsächlich rühmen sich die Türken, das getan zu haben, was den Arabern nicht gelungen ist. Zum anderen wird ihm in einer Legende eine Prophezeiung zugeschrieben, die man kennen sollte, um zu verstehen, welchen Wert muslimische Türken der Hagia Sophia zumessen: Ein Erdbeben brachte im Jahr 558 die Kuppel der Basilika zum Einsturz – ein Ereignis, das sich nach einer Legende, die Stéphane Yerasimos in seinem grundlegenden Werk wiedergibt, in der Nacht der Geburt Mohammeds zugetragen haben soll.* Mohammed soll dann den Kaiser von Byzanz im Traum besucht und ihn dazu ermächtigt haben, die Basilika wiederaufzubauen, „weil (…) seine Anhänger eines Tages dort beten werden“. Das Gebäude galt als besonders heilig bzw. wurde so sehr verehrt, dass die Anhänger des Islam zur Zeit des Osmanischen Reichs Wert darauf legten, die „Nacht der Bestimmung“ – jene heilige Nacht des Monats Ramadan, in der gefeiert wird, dass der Koran Mohammed offenbart wurde – in der Hagia Sophia zu verbringen.

2) Mit der Entsakralisierung der Moschee im Jahr 1934 durch Atatürk war also für türkische Muslime der kritische Wendepunkt erreicht?

Da die Hagia Sophia einen besonderen Platz im Herzen und im Glauben der türkischen Muslime einnimmt, kann man verstehen, was für ein Skandal die Entsakralisierung der Moschee und ihre Umwandlung in ein Museum durch Atatürk für sie war. Dieser Akt wird allgemein als Symbol des türkischen Säkularismus angesehen. Doch diese Einschätzung muss im Kontext der damaligen Situation stark abgemildert werden: Zu jener Zeit hatte die Türkei durch Völkermord, Massenvertreibungen und Pogrome die meisten Nichtmuslime vernichtet oder vertrieben. Diese ethnische Säuberung setzte sich 1955, 1964 und 1974 fort. Die Entsakralisierung löste unter den Muslimen unterdrückte Wut aus, gefolgt von einer Reaktion, die nach der fünften Hundertjahrfeier des Fetih – der Eroberung Konstantinopels – 1953 schließlich offen zutage trat. Daraufhin wurden von reaktionären Parteien, sowohl von ultranationalistischen als auch von religiösen, regelmäßig Demonstrationen vor der Hagia Sophia organisiert, in denen sie als muslimische Gebetsstätte zurückgefordert wurde. Diese Forderung blieb in der Folgezeit immer weiter bestehen; es hörte nie auf. Bei der „Eroberung“ des Rathauses von Istanbul 1994, die Erdogan zum Bürgermeister der Stadt machte und ebenfalls als „fetih“ bezeichnet wird, sowie anlässlich des Sieges der islamistischen Partei Refah, der Erdogan angehörte, bei den Parlamentswahlen 1995 wurde den Wählern versprochen, die Ayasofya wieder dem Islam zurückzugeben. Dieses Versprechen ist nun erfüllt.

3) Wie viel hat die Entscheidung mit der Person Erdogans zu tun?

Natürlich ist eine „Handschrift“ Erdogans erkennbar. Denn dafür – wenn ich es mal so ausdrücken darf – war eine Dreistigkeit erforderlich, die keine frühere Macht oder Vorgänger hatte. Doch es ist zu bemerken, dass Erdogan die Rückgabe nicht auf dem Höhepunkt seiner Macht und Popularität eingefordert hat. Er ist in Schwierigkeiten. Die Islamisten haben das Istanbuler Rathaus verloren, die wirtschaftliche Lage ist katastrophal, die Kritiker Erdogans werden immer mehr und er ist nicht mehr in der Lage, sie durch Repression ganz zum Schweigen zu bringen. Mit diesem Schritt hofft er offensichtlich, die religiöse Rechte stärker um sich zu scharen. Die Kriegshandlungen der Türkei, die trotz der NATO-Mitgliedschaft des Landes eindeutig antiwestlich sind, bieten dafür einen günstigen Kontext. Die Rückgabe der Hagia Sophia an den Islam wäre in gewisser Weise das „Sahnehäubchen auf dem Kuchen“.

4) Ist die allgemeine Anspannung, die aus der Entscheidung Erdogans erwächst, in erster Linie religiös oder politisch?

Ich denke, wir sollten hier relativieren. Die Ayasofya war 500 Jahre lang eine Moschee. Sie ist von einer immensen – sowohl christlichen als auch muslimischen – Sakralität durchdrungen. Wenn wir sie weiterhin mit Respekt besuchen können, wie jede andere türkische Moschee, wenn die byzantinischen Mosaiken respektiert werden, warum dann so großen Anstoß daran nehmen? Meiner Meinung nach ist das Problem kein religiöses, da der Koran und viele religiöse Schriften Jesus/Issa und Maria/Meryem verehren. Es ist ein politisches. Erdogan hat nicht um des muslimischen Glaubens willen gehandelt, sondern um den türkischen Nationalismus zufriedenzustellen. Die Ayasofya ist ein ein nationalistischer Streitgegenstand, da liegt das Problem. Denn diese Rückgabe ist aus kultureller Sicht unnötig: Die Menschen in Istanbul haben viel mehr Moscheen, als sie brauchen, oft sind sie riesig und prächtig.

Der Historiker Etienne Copeaux.
Der Historiker Etienne Copeaux.

5) Welche Botschaft sendet Erdogan den religiösen Minderheiten der Türkei und – direkter – den Christen? Denn es ist nicht das erste Mal in den letzten Jahren, dass Kirchen in Moscheen umgewandelt worden sind.

Auf religiöser Ebene war die wichtigste „Botschaft“, die die Türkei im 20. Jahrhundert der Welt sandte, die totale Zerstörung einer multiethnischen und multikonfessionellen Gesellschaft durch extreme Gewalt. Alle Massaker und Vertreibungen wurden nach rein religiösen Kriterien durchgeführt, im Dienste einer nationalistischen Politik. Zypern ist der letzte Fall, der Nordteil der Insel ist ein regelrechtes Labor dieses Prozesses: Bei der türkischen Intervention 1974 wurden alle Orthodoxen von einer Stunde zur anderen von der Armee vertrieben. Nicht weil sie Griechisch sprachen, sondern weil sie orthodox waren.

Eine solche Politik entspringt der osmanischen Mentalität, die Religionsgemeinschaften institutionalisiert hat. Ungeheuer paradox ist jedoch, dass sich das Reich trotz der Probleme und auch Massaker als multireligiöses Land behauptet hat, wohingegen die vermeintlich säkulare Republik die Türkei zu einem zu 99 Prozent muslimischen Land gemacht hat. Aus dieser Perspektive sage ich gewöhnlich, dass der Völkermord an den Armeniern, obwohl einige Jahre vor der Republik begangen, der Gründungsakt der Republik ist.

6) Wenn die universelle kulturelle und religiöse Bestimmung der Hagia Sophia missachtet wird, ist das dann als Angriff auf die Religionsfreiheit in der Türkei anzusehen?

Wie ich bereits sagte, ist die „Religionsfreiheit“ durch Gewalt zerstört worden. Aus der Sicht des türkischen Nationalismus ist „die türkische Nation muslimisch“, das heißt, man ist kein echter Türke, wenn man kein Muslim ist. Diese Denkweise wird von der „anderen Seite“ entsprechend aufgegriffen: Oft habe ich gehört, wie Juden oder Orthodoxe, Bürger der Republik Türkei, zu mir sagten: „Ich bin kein Türke“. Das ist ein grundlegendes Problem: Die nationalistische Türkei betrachtet Nichtmuslime als Ausländer; Nationalismus ist wirklich DAS Problem in diesem Land. Mitunter findet man es sogar schwarz auf weiß. Beispielsweise haben Kommissionen zur Vergabe von Ortsnamen bei mehreren Gelegenheiten Bezeichnungen griechischer, armenischer oder anderer Herkunft ersetzt, die als „ausländisch“ betrachtet werden. Armenier, Orthodoxe und Juden sind Ausländer in ihrem eigenen Land, wo sie schon lange vor den Türken lebten! In einem solchen Kontext besteht die Religionsfreiheit zwar formell auf dem Papier, doch die Einschüchterung – Zerstörung von Gräbern oder ganzer Friedhöfe, wie in Zypern, oder sogar Morde, wie mehrmals in Istanbul – ist so stark, dass sich Nichtmuslime bedeckt halten. Diese Haltung wird außerdem von den Priestern in ihren Predigten vertreten, wie ich während einer Ostermesse in Istanbul erlebt habe.

7) Glauben Sie an eine Schockwelle in der östlichen Welt auf der einen Seite und in der westlichen Welt auf der anderen?

Warum so viel Aufhebens um die Hagia Sophia, wo doch die türkischen Nationalisten im Umgang mit Nichtmuslimen schon immer gemacht haben, was sie wollten, ohne jeglichen Protest im Westen? Schauen Sie sich zum Beispiel die schrecklichen antiorthodoxen Pogrome in Istanbul im September 1955 an, gefolgt von der Vertreibung von 100.000 Bürgern griechischer Herkunft aus der Stadt, von Bürgern der Republik Türkei, die nach Griechenland ausreisen mussten – in ein Land, das sie gar nicht kannten, denn sie waren Nachkommen der ursprünglichen Bevölkerung der Stadt – und zwar mit nur „20 Dollar und 20 Kilo Gepäck“, alles andere wurde ihnen weggenommen. Wo sind denn die „Schockwellen“, die nicht durch Religion, sondern einfach durch Menschlichkeit hätten motiviert sein sollen? Sind solche Fakten – und ich spreche nicht einmal vom Völkermord an den Armeniern – nicht wichtiger als die Rückgabe der heiligen Sophia an den Islam?

(*) Stéphane Yerasimos: La Fondation de Constantinople et de Sainte-Sophie dans les Traditions Turques. Istanbul, Paris 1990.

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Que signifie pour vous cette visite ?

La visite du Pape nous remontera le moral, plus que toute autre chose. Tous les yeux de la planète seront dirigés vers Baghdeda. Le monde saura ainsi ce qui est arrivé à cette ville : les terribles destructions et la migration forcée. Ce serait également bien si nous recevions ensuite un peu plus d’aide et de soutien. Cette visite est très importante pour nous qui sommes ici, surtout après l’énorme migration forcée de tant des nôtres. Cette visite signifie que nous ne sommes pas seuls et qu’il y a des gens qui prient pour nous. Cela nous donnera de l’espoir, nous encouragera à rester dans notre pays et à ne pas le quitter.

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Si j’ai l’occasion de le rencontrer, je voudrais le remercier pour sa visite qui nous rend très heureux, et pour ses prières. Je tiens également à le remercier pour toute l’aide qu’il nous a procurée ces derniers temps. Je n’oublie pas sa grande solidarité et le geste qu’il a fait en vendant aux enchères la Lamborghini qu’on lui avait donnée pour soutenir avec l’argent récolté la reconstruction de la plaine de Ninive. Je voudrais aussi qu’il continue à prier pour nous afin que la paix arrive en Irak.

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

Je voudrais lui montrer l’église historique Al-Tahira et des photos de Baghdeda, je voudrais qu’il voie comment l’État Islamique l’a détruite et comment les gens d’ici ont eu le courage de la reconstruire.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita del Papa levantará el ánimo y la moral, más que cualquier otra cosa. Todos los ojos del mundo se dirigirán a Baghdeda. Así, el mundo sabrá lo que le sucedió a esta ciudad. La terrible destrucción y la migración forzada. También sería bueno si luego recibimos más ayuda y apoyo. Esta visita es realmente importante para nosotros, los que estamos aquí, especialmente después de la enorme migración forzada de tantos de los nuestros. La visita significa que no estamos solos y hay quienes rezan por nosotros. Esto nos dará esperanza, nos animará a permanecer en nuestra tierra y no dejarla.

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Si tengo la oportunidad de encontrarme con él: quiero agradecerle su visita, que nos hace muy felices, y su oración. También quiero darle las gracias por todo lo que nos ha ayudado durante el último periodo. No me olvido de su gran solidaridad y del gesto de subastar el Lamborghini para apoyar con ese dinero la reconstrucción de la llanura de Nínive. También quiero que siga orando por nosotros para que la paz llegue a Irak.

¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda /Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Quiero mostrarle la histórica iglesia Al-Tahira y fotos de Baghdeda, quiero que vea cómo fue destruida por ISIS y cómo la gente de aquí ha sido tan fuerte para reconstruirla nuevamente.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch des Papstes wird die Stimmung und die Moral heben, mehr als alles andere. Alle Augen der Welt werden auf Baghdida gerichtet sein. Dann wird die Welt erfahren, was mit dieser Stadt passiert ist, die schreckliche Zerstörung und die erzwungene Migration. Es wäre auch gut, wenn wir anschließend mehr Hilfe und Unterstützung bekommen würden. Dieser Besuch ist wirklich wichtig für uns hier, besonders nach der großen Zwangsmigration so vieler unserer Leute. Der Besuch bedeutet, dass wir nicht allein sind, und dass es Menschen gibt, die für uns beten. Das wird uns Hoffnung geben, es wird uns ermutigen, in unserem Land zu bleiben und es nicht zu verlassen.

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Wenn ich die Gelegenheit habe, ihn zu treffen: Ich möchte ihm für seinen Besuch, der uns sehr glücklich macht, und für sein Gebet danken. Ich möchte mich auch bei ihm für alles bedanken, was uns in der letzten Zeit geholfen hat. Ich werde nie seine große Solidarität vergessen sowie die Geste, den Lamborghini zu versteigern (siehe Link zur Meldung), um mit diesem Geld den Wiederaufbau der Ninive-Ebene zu unterstützen. Ich möchte auch, dass er weiterhin für uns betet, damit im Irak Frieden einkehrt.

Was möchten Sie ihm in Baghdida /Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte ihm die historische Al-Tahira-Kirche zeigen und Bilder von Baghdida, ich möchte, dass er sieht, wie alles von ISIS zerstört wurde und welcher Kraft die Menschen hier es wiederaufgebaut haben.

What does the Pope’s visit mean to you?
The papal visit will lift up our spirits and morale more than anything else. All the eyes of the world will be on Baghdeda. And in this way the world will know what happened to this city. The terrible destruction and the forcible ethnic cleansing. It will also be a good thing if afterwards we get more support and help. This visit is really important to us, to those of us who are living here, especially after the massive ethnic cleansing and expulsion of so many of us. His visit means that we are not alone and that there are people who are praying for us. This will give us fresh hope and encourage us to persevere, here on our own soil, and not leave it.

What would you like to say to the Holy Father?
If I get the opportunity to meet him, I would like to be able to thank him for his visit, which has made us very happy, and for his prayers. I would also like to thank him for all he has done to help us in recent times. I have not forgotten his great gesture of solidarity in auctioning the Lamborghini in order to use the money to help pay for the reconstruction of our homes on the Niniveh plains. I would also like to ask him to continue praying for us and for peace to return to Iraq.

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? Which places should he visit?
I would like to show him our historic Al-Tahira church, and some photos of Baghdeda. I’d like him to be able to see how it was destroyed by IS and how the people here have worked so hard recently to rebuild it once more.

Qu’est-ce que cette visite signifie pour vous ?

La visite du Pape est ce que nous désirions le plus ici. C’est une grande bénédiction. Nous avons un grand désir de le voir. Ce qui rajoute de l’importance à cette visite, c’est la situation de vulnérabilité que nous, chrétiens, subissons en Irak. Il y a plusieurs raisons à cette fragilité, toutes sont les séquelles de l’État Islamique. Toutes ces destructions ont grandement contribué à l’émigration des chrétiens. De nombreux problèmes pèsent sur nous. Mais par sa visite, le Pape nous donnera de l’espérance et de la confiance, il nous encouragera et réduira notre fardeau. Bien que la situation soit instable en Irak en ce qui concerne la sécurité, tout spécialement dans le domaine politique, on s’attend à ce qu’à l’arrivée du Pape, sa sécurité soit correctement assurée.

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Je voudrais lui demander de me donner sa bénédiction, de bénir mon travail et le dévouement des prêtres d’ici, et de bénir le peuple par ses prières. Je voudrais lui demander d’aider tous ceux qui sont en danger dans ce pays, qu’ils soient chrétiens ou musulmans. Qu’il tente de mobiliser les pays du monde entier pour soutenir ce pays qui a besoin d’aide.

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

J’aimerais qu’il visite l’église Al-Tahira, parce que c’est un symbole et un élément du patrimoine de Baghdeda. Cette église est la mère, le foyer et le patrimoine de chacun des habitants de Baghdeda. Nos ancêtres ont construit cette église, nous avons tous le sentiment d’en faire partie. Bien sûr, nous serions heureux qu’il visite de nombreux endroits, des églises, monastères et maisons traditionnelles, et qu’il rencontre également beaucoup de gens qui ont le désir de le voir.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita del Papa es lo que más hemos deseado aquí. Es una gran bendición. Sentimos un gran anhelo de verlo. Lo que agrega importancia a esta visita son las condiciones tan vulnerables que sufrimos los cristianos en Irak. Hay varios motivos para esa fragilidad, todas las secuelas que ha dejado el ISIS, esa enorme destrucción ha llevado en gran medida a la emigración de cristianos. Muchos problemas pesan sobre nosotros. Pero cuando nos visite, nos dará esperanza, confianza y aliento y reducirá esta carga. Además del hecho de que la situación de seguridad en Irak, especialmente la política, es inestable, se espera que a la llegada del Papa se garantice su seguridad de manera correcta.

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Querría pedirle que me dé su bendición, que bendiga mi servicio y la entrega de los sacerdotes aquí y que bendiga al pueblo a través de sus plegarias. Le pido que ayude a todos los que están en peligro en este país, ya sean cristianos o musulmanes. Que intente movilizar a los países del mundo para que apoyen a este país que necesita ayuda.

 ¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda / Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Me encantaría que visite la iglesia Al-Tahira, porque es símbolo y patrimonio de Baghdeda. Esta iglesia es madre, hogar y herencia de cada uno de los habitantes de Baghdeda. Nuestros antepasados ​​construyeron esta iglesia, todos nos sentimos parte de ella. Ciertamente, nos alegraría que visitara muchos lugares, iglesias, monasterios y casas tradicionales,  también que vea a muchas personas que anhelan verlo.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch des Papstes ist das, was wir uns hier am meisten gewünscht haben. Es ist ein großer Segen. Wir spüren eine starke Sehnsucht, ihn zu sehen. Was diesen Besuch noch wichtiger macht, sind die äußerst prekären Bedingungen, unter denen wir Christen im Irak leiden. Es gibt mehrere Gründe für diese Zerbrechlichkeit. All die Folgen, die ISIS hinterlassen hat, diese enorme Zerstörung hat in großem Maße zur Auswanderung von Christen geführt. Viele Probleme lasten auf uns. Aber wenn er uns besucht, wird er uns Hoffnung, Zuversicht und Ermutigung geben und diese Last verringern. Auch wenn die Sicherheitslage im Irak, insbesondere die politische Situation, instabil ist, hoffen wir, dass bei der Ankunft des Papstes seine Sicherheit ausreichend gewährleistet ist.

 

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Ich möchte ihn bitten, mir seinen Segen zu geben, meinen Dienst und die Hingabe der Priester hier zu segnen und die Menschen durch seine Gebete zu segnen. Ich bitte ihn, all jenen zu helfen, die in diesem Land in Gefahr sind, ob sie nun Christen oder Muslime sind; und die Länder der Welt zu mobilisieren, um dieses Land, das Hilfe braucht, zu unterstützen.

Was möchten Sie ihm in Baghdida / Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte, dass er die Al-Tahira-Kirche besucht, denn sie ist ein Symbol und Erbe von Baghdida. Diese Kirche ist die Mutter, die Heimat und das Vermächtnis eines jeden einzelnen Menschen in Baghdida. Unsere Vorfahren haben diese Kirche erbaut, wir alle fühlen uns als Teil von ihr. Sicherlich würden wir uns freuen, wenn er viele Orte, Kirchen, Klöster und traditionelle Häuser besuchen würde, und auch, wenn er viele Menschen treffen würde, die sich danach sehnen, ihn zu sehen.

What does the visit mean to you?
The papal visit is the thing we have longed for most of all here. It will be a great blessing. We have a great yearning to see him. What gives added importance to this visit is the so very vulnerable situation that we are suffering as Christians in Iraq. There are many reasons for this vulnerability, including the aftermath of what IS left behind, the enormous destruction which has led in such large measure to the emigration of the Christians. There are many problems weighing on us. But when he comes to visit us, he will give us new hope and confidence and some relief from this burden. In addition there is the fact that the security situation in Iraq, and especially the political situation, is so unstable, so we are hoping that when the Pope does arrive they will guarantee his security in the way that they should.

 

What would you like to say to the Holy Father?
I would like to ask him to give me his blessing, to bless my ministry and the hard work of all the priests here, and also to bless all the people through his prayers. I would ask him to help all those in danger in this country, whether they are Christians or Muslims. And that he might strive to encourage the countries of the world to support this nation, which is truly in need.

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? What places ought he to visit?
I would love him to visit the Al-Tahira church, because it is a symbol and a rich cultural legacy of Baghdeda. This church is the mother, the home and the inheritance of every one of the inhabitants of Baghdeda. Our forefathers built this church, and we all feel we are a part of it. Of course, we would be happy for him to visit many different places – churches, monasteries and traditional homes – and also for him to be able to meet all the many people who are longing to see him.

Que signifie pour vous cette visite ?

Elle a une valeur morale, et non pas économique. Cette question occupera l’opinion publique mondiale, et tout spécialement irakienne. J’ai l’impression d’y tenir une place importante.

 

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Ce sera formidable de faire sa connaissance, et je voudrais lui dire : « Nous avons besoin d’une protection internationale parce que notre communauté chrétienne a subi une migration forcée ».

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

J’aimerais lui montrer les églises et les maisons brûlées, afin qu’il voie les dégâts que l’État Islamique a laissés derrière lui dans cette ville. Et aussi notre Musée du patrimoine de Baghdeda pour lui présenter notre histoire et notre culture.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita tiene un valor moral, no económico. Este tema ocupará la opinión pública en el mundo y especialmente en Irak. Siento que tengo un lugar importante en él.

 

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Será genial conocerlo y querría decirle “necesitamos protección internacional, porque nuestra comunidad cristiana ha sufrido una migración forzada”.

¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda /Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Me gustaría mostrarle las iglesias y las casas quemadas, para que vea el daño que dejó ISIS en esta ciudad. Y también nuestro Museo del patrimonio de Baghdeda para presentarle nuestro historia y cultura.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch hat einen moralischen Wert, keinen wirtschaftlichen. Er wird die öffentliche Meinung in der Welt und insbesondere im Irak beherrschen. Ich habe das Gefühl, dass ich einen wichtigen Anteil daran habe.

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Es wird großartig sein, ihn zu treffen, und ich möchte ihm sagen: „Wir brauchen internationalen Schutz, weil unsere christliche Gemeinschaft unter der erzwungenen Auswanderung gelitten hat“.

Was möchten Sie ihm in Baghdida /Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte ihm die Kirchen und ausgebrannten Häuser zeigen, damit er den Schaden sieht, den ISIS in dieser Stadt angerichtet hat. Und auch unser Heimatmuseum in Baghdida, um ihm unsere Geschichte und Kultur näher zu bringen.

What does this visit mean to you?
This visit has a moral value rather than an economic one. This is a topic that will engage public opinion around the world and especially in Iraq. I feel as though I have an important part to play in it.

What would you like to say to the Holy Father?

It would be wonderful to be able to meet him, and I would like to be able to say to him, “We need international protection, because our Christian community was forcibly displaced.”

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? What places should he visit?
I would like to be able to show him the churches and houses that were burnt out, so that he could see the destruction left behind by IS in this city. And also our Baghdeda Heritage Museum, so that we can show him our history and culture.