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Zum Tod von P. Stan Swamy SJ: „Sein Schicksal muss die internationale Gemeinschaft wachrütteln“

Der lange inhaftierte indische Jesuitenpater Stan Lourduswamy ist tot. Wie internationale Medien berichteten, ist der allgemein Stan Swamy genannte Ordensmann am 5. Juli in einem katholischen Krankenhaus in Mumbai im Alter von 84 Jahren verstorben. P. Stan Swamy litt seit geraumer Zeit an Parkinson und anderen Altersgebrechen. Nach der Einlieferung in das Krankenhaus war bei ihm auch eine Covid-19-Infektion festgestellt worden.

„Mit Pater Swamy ihm ist ein unerschrockener Anwalt der Armen und ein überzeugender katholischer Seelsorger gestorben“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von ACN, Dr. Thomas Heine-Geldern. „Es ist unvorstellbar, welches Martyrium er in seinen letzten Monaten durchmachen musste.“

Der Jesuitenpater Stan Lourduswamy.
Der Jesuitenpater Stan Lourduswamy.

Selbst internationale Proteste hatten keine Lockerung der Haftbedingungen zur Folge; auch das weltweite päpstliche Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN) hatte sich für die Freilassung des Ordensmannes eingesetzt. Aufgrund seiner Parkinsonerkrankung habe P. Stan Swamy im Gefängnis monatelang kaum Nahrung zu sich nehmen können, berichteten Augenzeugen. Nachdem seine Beschwerden zunahmen, hatte der „Bombay High Court“ einem Krankenhausaufenthalt des Jesuitenpaters zugestimmt. Für 6. Juli war eine Kautionsanhörung angesetzt – diese sollte P. Swamy nun nicht mehr erleben.

Das Schicksal des Ordensmannes hatte internationale Aufmerksamkeit erregt: P. Stan Swamy war im Oktober 2020 inhaftiert worden. Die indischen Behörden warfen ihm vor, Kontakt zu maoistischen und militanten Gruppen zu unterhalten, was der Jesuit stets bestritt. P. Stan hatte sich im Bundesstaat Jahrkhand im Nordosten Indiens jahrzehntlang für benachteiligte Menschen und die Aussöhnung bei Stammeskonflikten eingesetzt.

Präsident von ACN, Dr. Thomas Heine-Geldern.
Präsident von ACN, Dr. Thomas Heine-Geldern.

Swamys Schicksal teilten indes viele Priester, Ordensleute und Katecheten in Indien, so Heine-Geldern: „Wir wissen von unseren Projektpartnern, dass gegen Seelsorger falsche Anschuldigungen erhoben werden mit dem Ziel, sie einzuschüchtern und ihre Arbeit für ethnische Minderheiten und die unterste Kaste der Dalits (,Unberührbare’) zu behindern“.

ACN sei sehr besorgt über den anwachsenden religiösen Nationalismus in Indien. Diese Entwicklung habe auch der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ des Hilfswerks festgestellt. „Diese hindu-nationalistische Strömung versucht andere Religionen wie das Christentum aus Indien hinauszudrängen und christliche Stimmen zum Schweigen zu bringen“, erklärte der ACN-Präsident. „Doch das Schicksal und der Tod von Pater Stan Swamy muss die internationale Gemeinschaft wachrütteln: Religionsfreiheit und Einsatz für die Ärmsten der Armen in Indien muss weiter gewährleistet sein.“

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