Libanon: Ausbildungshilfe für sieben angehende Priester

Der Libanon war in der Neuzeit das einzige Land des Nahen Ostens mit einer christlichen Mehrheit. Heute machen Christen hingegen nur noch 34 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Von den jungen Leuten unter 25 Jahren sind sogar nur noch ein Viertel Christen. Die Auswanderung lässt nicht nach. Bereits während des Bürgerkrieges zwischen 1975 und 1990 haben 700.000 Christen das Land verlassen. Die dramatische ökonomische und politische Krise, die das Land heimsucht, und die schweren Explosionen im August 2020, die einen Teil der Hauptstadt Beirut, darunter ein christliches Wohnviertel, verwüsteten, verstärken diesen Trend.

Ordination der Diakone Khalil Berkachy und Georges Daoud am 18. April 2020.
Ordination der Diakone Khalil Berkachy und Georges Daoud am 18. April 2020.

In der Erzdiözese Baalbek ist die Lage noch schwieriger. Hier machen Christen kaum noch fünf Prozent an der Bevölkerung aus. In dieser armen Region, wo aufgrund der Nähe zur syrischen Grenze die Lage unsicher ist, haben die Menschen Angst. Wer die Chance hat, verlässt das Land und sucht sein Glück in Kanada oder Australien. Viele gehen zumindest nach Beirut. Nur eine starke Kirche, die in der Lage ist ihre Gläubigen spirituell, pastoral, sozial und ökonomisch zu unterstützen, kann die Massenabwanderung aufhalten. Gut ausgebildeten jungen Priestern kommt hier eine Schlüsselrolle zu.

Erzbischof Hanna Rahme von Baalbek freut sich, dass sich zur Zeit sieben junge Männer aus seiner Erzdiözese auf die Priesterweihe vorbereiten. Schon jetzt helfen sie aktiv in den Pfarrgemeinden mit, beispielsweise in der Jugendarbeit und Katechese. Der Erzbischof schreibt an ACN: „Die jungen Männer sind empfänglich für den missionarischen Geist. Sie wollen der Kirche dienen, sei es im Libanon, sei es in einem Missionsland oder dort, wo viele Emigranten leben. Sie möchten ‚Priester für die Ewigkeit‘ werden. Wir danken Gott für die jungen Berufungen, die der Diözese schon jetzt mit apostolischem Eifer dienen.“

ACN möchte die Ausbildung der sieben angehenden Priester mit insgesamt 10.000 Euro unterstützen.

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