Bischof von Cabo Delgado: „Niemand verlangt nach dem Martyrium; es kann aber jederzeit geschehen“

In einem Exklusivinterview mit dem portugiesischen Sitz des Internationalen Hilfswerks Aid to the Church in Need (ACN) berichtet Bischof Antonio Juliasse, Apostolischer Administrator der Diözese Pemba, über die leidvolle Situation in seinem Bistum in der Provinz Cabo Delgado in den letzten sieben Monaten, seitdem er das Amt von Bischof Luiz Fernando Lisboa übernommen hat. Bischof Juliasse sprach auch über die Dringlichkeit, dass die humanitäre Hilfe die Menschen weiterhin erreicht, und fand lobende und dankbare Worte für die Arbeit von ACN zur Unterstützung der Kirche in dieser Diözese im Norden Mosambiks, die seit 2017 unter bewaffneten Angriffen leidet.   

Bischof Antonio Juliasse, apostolischer Administrator der Diözese Pemba

Wie fällt Ihre Bilanz der ersten sieben Monate an der Spitze des Bistums Pemba aus?
Die Bilanz ist positiv, weil ich an den verschiedenen Fronten, die das Bistum hat, meinen Beitrag leisten konnte. Ich kam einen Monat nach dem Angriff auf die Stadt Palma an, der das Gefühl der Unsicherheit in der gesamten Provinz Cabo Delgado noch verstärkt hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle erschüttert. Es gab viele Anrufe von Generaloberen [der Ordensgemeinschaften], die wissen wollten, ob sie zum Rückzug ihrer Mitglieder in der Diözese Pemba raten sollten, oder nicht. Ich glaube, wir haben das gemeinsam durchgemacht. Es war gut, dass wir einen Weg gefunden haben und dass Gott in dieser Zeit mit uns war, um eine tiefere Einsicht zu gewinnen. Auch um eine tiefere Perspektive für unseren Auftrag und unser Engagement zu finden, für unsere Antwort auch auf die Dimension des Martyriums, denn niemand verlangt nach dem Martyrium; es kann aber jederzeit geschehen.

„Wir setzen uns vielleicht wirklich dem Risiko aus, aber gleichzeitig sind wir hier im Auftrag Jesu und für Jesus da. Wir müssen weiterhin hier sein.“ Ich war sehr bewegt, als ich diese Antworten der Missionare und ihrer Oberen hörte. Es gab eine weitere, eher humanitäre Front: die Ankunft von Vertriebenen. Ich war zwar nicht direkt bei der ersten Flüchtlingswelle beteiligt, wohl aber beim zweiten großen Zustrom von Vertriebenen aus Palma und anderen Gebieten, die angegriffen wurden.

Die Entdeckung der tieferen Perspektive „unserer Mission und unseres christlichen Engagements“

Lassen die jüngsten militärischen Erfolge im Kampf gegen die Aufständischen daran denken, dass Priester und Ordensschwestern in ihre ursprünglichen Missionsgebiete zurückkehren werden?
Nein, derzeit nicht. Ich weiß nicht, ob es stimmt, dass alle Gegenden befreit sind. Wir brauchen immer noch Beweise. Der Präsident kann eine Rede halten, um das Land zu ermutigen, und das ist auch gut so: Er hält eine Rede, um dem Land ein Gefühl der Hoffnung zu geben, was auch sinnvoll ist. In der Praxis aber, vor Ort, gibt es noch viel zu tun.

Wie ist dann die Sicherheitslage in dem Gebiet?
Vor kurzem war ein Missionspriester, Pater Fonseca, in Mocímboa da Praia und Palma. An beiden Orten ist die Sicherheitslage weiterhin prekär. Eine gemeinsame Truppe ruandischer Soldaten und mosambikanischer Verteidigungs- und Sicherheitskräfte ist in Gebiete vorgedrungen, die bisher nur von Aufständischen beherrscht wurden. Aber es gibt immer noch keine Garantie, dass diese Gebiete wirklich sicher sind. Auch wir als Kirche werden den Priestern und Ordensleuten [noch] nicht raten, zurückzukehren. Ich denke, wir brauchen noch [Zeit]. Wenn die Menschen anfangen zurückzukehren, wird auch die Möglichkeit einer Rückkehr der Missionare in Betracht gezogen werden. Das Entscheidende für uns ist aber, dass wir vor Ort wirklich Sicherheit feststellen. Wir können nicht zulassen, dass Menschen, die bereits Leid erfahren haben und traumatisiert sind, wieder in dramatische, konfliktreiche Situationen geraten, in denen sie, wie bereits geschehen, misshandelt werden. Es wird etwas mehr Zeit brauchen.

Die Sicherheit in der Provinz Cabo Delgado ist nach wie vor nicht gewährleistet

Wie sieht es mit der psychosozialen Unterstützung durch die Kirche aus?
Die Kirche ist sehr stark in die Arbeit der psychosozialen Unterstützung eingebunden. Wir haben geschulte Teams, die sich an alle Orte begeben, an denen sich die Vertriebenen aufhalten. Wir wissen, dass es nicht immer einfach ist, denn die psychosoziale Unterstützung erfordert etwas mehr Engagement als das, was wir „gemeinsam gehen“ nennen, und es gibt viele Menschen, die diese Unterstützung brauchen. Wir haben nicht die Kapazitäten, um bei allen gleichzeitig zu sein. Aber wo wir hingehen, finden wir heraus, wer sie am meisten braucht. Dann helfen wir gezielt. Gleichzeitig arbeitet die psychosoziale Unterstützung an der Stärkung der bereits vorhandenen Familien- und Gemeinschafts-Netzwerke, damit diese Netzwerke auch als Heilungsmechanismus für ihre Mitglieder wirken können.

Ist bekannt, wer für die Zerstörung von Kirchen, insbesondere in Mocímboa da Praia, verantwortlich war? Waren es Terroristen oder südafrikanische Söldner?
Kam die Zerstörung von den Bomben der DAG-Hubschrauber, der Dyck Advisory Group, einer südafrikanischen privaten Militärfirma, die seit April 2020 die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte bei der Aufstandsbekämpfung in Cabo Delgado unterstützt? Oder kam sie von denen, die dort waren, die das Gebiet besetzten? Sowohl in Muidumbe als auch in Mocímboa da Praia stellt sich dieselbe Frage: Wer hat sie zerstört?

Wenn wir sicher wären, dass die Aufständischen die Zerstörung angerichtet haben, würde das bei uns bestimmte Gefühle hervorrufen. Da wir es aber nicht wissen, ist das Gefühl ein anderes. Dieser Zweifel ist nach wie vor nicht ausgeräumt. Als sie [die Aufständischen] in die Stadt Palma eindrangen, war die Kirche unversehrt. Sie haben die Kirche nicht angerührt, sie haben sie nicht betreten, auch nicht das Pfarrhaus. Die Aufständischen haben nichts angerührt. Es waren Leute da, die das miterlebt haben. Wir wissen nicht, wer die Dinge, auch die der katholischen Kirche, mutwillig zerstört.

Von Dschihadisten angegriffene Kirche in Mocimboa da Praia, Mosambik, im Juni 2020

Die Zerstörung ist nicht so neu, die Bilder aber schon. Man muss vorsichtig sein. Die Zerstörung der Muidumbe-Mission zum Beispiel ist nicht neu. Das geschah vor längerer Zeit, als Bischof Luiz noch hier war. Auch von Mocímboa da Praia hatte niemand ein Bild. Es lässt sich nicht sagen, ob die Zerstörung erst kürzlich stattgefunden hat, oder ob sie zu einer Zeit geschah, als die Hubschrauber der südafrikanischen Söldnergruppe die mosambikanischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte unterstützten. Es ist gut möglich, dass dies alles zu diesem Zeitpunkt geschah; da sie wussten, dass sich [die Aufständischen] eventuell dort versteckten, [verursachten sie] die Zerstörung. Es ist aber ebenfalls möglich, dass die Aufständischen die Kirche zerstörten, als sie sich in Mocímboa da Praia aufhielten, weil sie kein Interesse an ihr hatten … Dieser Zweifel bleibt bestehen und ist noch nicht ausgeräumt. Wir haben Bilder, aber diese Bilder allein sagen nichts aus. Sie sagen auch nicht, in welchem Zeitraum dies geschah und wie es geschah. Wir müssen noch eine Antwort finden.

Welche sind die dringendsten Aufgaben in der Diözese Pemba?
Wenn wir durch die Umsiedlungslager gehen, sehen wir alle möglichen Menschen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen … jeder von ihnen kann eine Geschichte erzählen, eine schwierige Geschichte, denn es ist eine Geschichte des Leidens. Jeder möchte auch gehört werden; möchte, dass seine Anliegen weitergegeben werden, und diese Anliegen beginnen bei den Grundbedürfnissen. Es gibt viele dringende Dinge. Ich setze hier keine Prioritäten, aber für die große Zahl der Vertriebenen sind Nahrungsmittel und medizinische Versorgung nach wie vor dringend erforderlich. Überall kam es zu Engpässen bei der Versorgung mit Arzneimitteln. Kürzlich konnte Pater Fonseca nach Palma reisen; er erzählte mir, dass dort viele Menschen gesundheitliche Probleme haben.

Die große Zahl von Flüchtlingen benötigt weiterhin dringend Nahrungsmittel und medizinische Versorgung

Als ich ein Umsiedlungslager im Bezirk Palama besuchte, sah ich viele Familien im Schatten ihrer Häuser liegen. Ich kam zu ihnen und stellte fest, dass sie krank waren. Ich fragte sie, ob sie in der Krankenstation gewesen seien und ob sie ihre Medikamente einnähmen. Sie alle sagten, sie seien dort gewesen, aber dort gebe es keine Medikamente. Die Unterstützung in diesem Bereich ist auch dringend notwendig, denn sonst kann es in den Umsiedlungslagern zu Ausbrüchen von Krankheiten kommen – und dann haben wir ein sehr ernstes Problem.

Es ist außerdem nötig, dass den so zahlreichen Menschen die COVID-19-Impfstoffe zur Verfügung gestellt werden. Wenn beispielsweise in den Umsiedlungslagern Verteilungen von Hilfsgütern stattfinden, stehen die Menschen naturgemäß eng zusammen, um ihre Namen zu hören und die Produkte zu erhalten.

Die Flüchtlinge müssen dringend mit COVID-19 geimpft werden

Was Lebensmittel angeht, so müssen die Menschen essen; und am nächsten Tag müssen sie wieder essen und so weiter. Da geht es nicht um einmalige Angebote; diese müssen [dauerhaft] sein, bis die Familien die Autonomie über [ihre eigene] Produktion erlangen. Mit den Regenfällen wird die Aussaat bald beginnen, vor allem für Mais, Maniok und andere Produkte mit hohem Verbrauch. Wir müssen sicherstellen, dass die Familien über die nötigen Mittel verfügen, d. h. über eine Hacke, Äxte und alles, was sie für die Feldarbeit benötigen. Gleichzeitig müssen wir aber prüfen, ob sie über Land dafür verfügen.

Und in geistlicher Hinsicht?
Als Kirche sehen wir eine weitere Priorität in der geistlichen Betreuung. Die psychosoziale Hilfe ist angelaufen; jetzt müssen wir auch die spirituelle Hilfe in Angriff nehmen. Dies ist eine Priorität auf kirchlicher Ebene, wobei die Integration der Vertriebenen in das christliche und religiöse Leben an den Orten, an denen sie sich aufhalten, im Mittelpunkt der Seelsorge steht. Es gibt Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung und denjenigen, die die Vertriebenen aufgenommen haben. Auch dazu möchte die Kirche mit christlichen Führungskräften einen Beitrag leisten, indem sie die lokalen Verantwortlichen zu einem guten Zusammenleben zwischen den Vertriebenen und den bereits vor Ort lebenden Menschen bewegt.

The spiritual support is a priority for the Church
Die geistliche Unterstützung ist eine Priorität für die Kirche

Was möchten Sie den Wohltätern von ACN sagen?
Das Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN) ist für uns sehr wichtig. Es ist für uns Wegbegleiter, eine helfende Hand an unserer Seite, die die Kirche in Mosambik immer begleitet hat, und die auch in diesem Augenblick die Kirche in Mosambik von verschiedenen Teilen der Welt aus begleitet. Wir haben eine helfende Hand, die immer da ist. Seit ich hier in Cabo Delgado bin, habe ich das Gefühl, dass das Interesse von ACN ganz besonders groß ist.

„ACN ist sehr wichtig für uns. Es hat die Kirche in Mosambik auf ihrem Weg begleitet“, sagt Mgr. Juliasse

Im Namen der Diözese Pemba und der Bevölkerung von Cabo Delgado möchte ich Ihnen für all die finanzielle Hilfe danken, die wir erhalten haben, und auch für die konkrete Unterstützung und für all die unsichtbare Hilfe, die wir durch das Gebet erhalten haben.

Ich möchte all unseren Brüdern und Schwestern danken, allen Menschen guten Willens, allen, die durch das Hilfswerk ACN auf Cabo Delgado schauen, und die mithelfen, das Leid dieses Volkes zu lindern. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen und wir werden Ihnen weiterhin danken, denn ich bin vor Ort und wir spüren, was das bedeutet: Wir sind nicht allein.

„Die Probleme in Cabo Delgado sind immer noch sehr ernst, und es gibt viel Leid“, sagt Mgr. Juliasse

Jemand hat mich neulich gefragt, ob ich [mich] verlassen fühle, ob ich das Gefühl habe, dass Cabo Delgado zu weit von der Welt entfernt ist. Ich sagte ihm, dass wir vielleicht geografisch weit von den Ländern entfernt sind, die uns unterstützen. Dass wir uns jedoch ihnen sehr nahe fühlen, weil sie mit dem, was sie mit den Menschen hier teilen, präsent sind. Wir wollen diese Nähe weiterhin spüren, denn das Problem hier in Cabo Delgado ist immer noch groß und hat viele Gesichter des Leidens.

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Que signifie pour vous cette visite ?

La visite du Pape nous remontera le moral, plus que toute autre chose. Tous les yeux de la planète seront dirigés vers Baghdeda. Le monde saura ainsi ce qui est arrivé à cette ville : les terribles destructions et la migration forcée. Ce serait également bien si nous recevions ensuite un peu plus d’aide et de soutien. Cette visite est très importante pour nous qui sommes ici, surtout après l’énorme migration forcée de tant des nôtres. Cette visite signifie que nous ne sommes pas seuls et qu’il y a des gens qui prient pour nous. Cela nous donnera de l’espoir, nous encouragera à rester dans notre pays et à ne pas le quitter.

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Si j’ai l’occasion de le rencontrer, je voudrais le remercier pour sa visite qui nous rend très heureux, et pour ses prières. Je tiens également à le remercier pour toute l’aide qu’il nous a procurée ces derniers temps. Je n’oublie pas sa grande solidarité et le geste qu’il a fait en vendant aux enchères la Lamborghini qu’on lui avait donnée pour soutenir avec l’argent récolté la reconstruction de la plaine de Ninive. Je voudrais aussi qu’il continue à prier pour nous afin que la paix arrive en Irak.

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

Je voudrais lui montrer l’église historique Al-Tahira et des photos de Baghdeda, je voudrais qu’il voie comment l’État Islamique l’a détruite et comment les gens d’ici ont eu le courage de la reconstruire.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita del Papa levantará el ánimo y la moral, más que cualquier otra cosa. Todos los ojos del mundo se dirigirán a Baghdeda. Así, el mundo sabrá lo que le sucedió a esta ciudad. La terrible destrucción y la migración forzada. También sería bueno si luego recibimos más ayuda y apoyo. Esta visita es realmente importante para nosotros, los que estamos aquí, especialmente después de la enorme migración forzada de tantos de los nuestros. La visita significa que no estamos solos y hay quienes rezan por nosotros. Esto nos dará esperanza, nos animará a permanecer en nuestra tierra y no dejarla.

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Si tengo la oportunidad de encontrarme con él: quiero agradecerle su visita, que nos hace muy felices, y su oración. También quiero darle las gracias por todo lo que nos ha ayudado durante el último periodo. No me olvido de su gran solidaridad y del gesto de subastar el Lamborghini para apoyar con ese dinero la reconstrucción de la llanura de Nínive. También quiero que siga orando por nosotros para que la paz llegue a Irak.

¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda /Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Quiero mostrarle la histórica iglesia Al-Tahira y fotos de Baghdeda, quiero que vea cómo fue destruida por ISIS y cómo la gente de aquí ha sido tan fuerte para reconstruirla nuevamente.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch des Papstes wird die Stimmung und die Moral heben, mehr als alles andere. Alle Augen der Welt werden auf Baghdida gerichtet sein. Dann wird die Welt erfahren, was mit dieser Stadt passiert ist, die schreckliche Zerstörung und die erzwungene Migration. Es wäre auch gut, wenn wir anschließend mehr Hilfe und Unterstützung bekommen würden. Dieser Besuch ist wirklich wichtig für uns hier, besonders nach der großen Zwangsmigration so vieler unserer Leute. Der Besuch bedeutet, dass wir nicht allein sind, und dass es Menschen gibt, die für uns beten. Das wird uns Hoffnung geben, es wird uns ermutigen, in unserem Land zu bleiben und es nicht zu verlassen.

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Wenn ich die Gelegenheit habe, ihn zu treffen: Ich möchte ihm für seinen Besuch, der uns sehr glücklich macht, und für sein Gebet danken. Ich möchte mich auch bei ihm für alles bedanken, was uns in der letzten Zeit geholfen hat. Ich werde nie seine große Solidarität vergessen sowie die Geste, den Lamborghini zu versteigern (siehe Link zur Meldung), um mit diesem Geld den Wiederaufbau der Ninive-Ebene zu unterstützen. Ich möchte auch, dass er weiterhin für uns betet, damit im Irak Frieden einkehrt.

Was möchten Sie ihm in Baghdida /Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte ihm die historische Al-Tahira-Kirche zeigen und Bilder von Baghdida, ich möchte, dass er sieht, wie alles von ISIS zerstört wurde und welcher Kraft die Menschen hier es wiederaufgebaut haben.

What does the Pope’s visit mean to you?
The papal visit will lift up our spirits and morale more than anything else. All the eyes of the world will be on Baghdeda. And in this way the world will know what happened to this city. The terrible destruction and the forcible ethnic cleansing. It will also be a good thing if afterwards we get more support and help. This visit is really important to us, to those of us who are living here, especially after the massive ethnic cleansing and expulsion of so many of us. His visit means that we are not alone and that there are people who are praying for us. This will give us fresh hope and encourage us to persevere, here on our own soil, and not leave it.

What would you like to say to the Holy Father?
If I get the opportunity to meet him, I would like to be able to thank him for his visit, which has made us very happy, and for his prayers. I would also like to thank him for all he has done to help us in recent times. I have not forgotten his great gesture of solidarity in auctioning the Lamborghini in order to use the money to help pay for the reconstruction of our homes on the Niniveh plains. I would also like to ask him to continue praying for us and for peace to return to Iraq.

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? Which places should he visit?
I would like to show him our historic Al-Tahira church, and some photos of Baghdeda. I’d like him to be able to see how it was destroyed by IS and how the people here have worked so hard recently to rebuild it once more.

Qu’est-ce que cette visite signifie pour vous ?

La visite du Pape est ce que nous désirions le plus ici. C’est une grande bénédiction. Nous avons un grand désir de le voir. Ce qui rajoute de l’importance à cette visite, c’est la situation de vulnérabilité que nous, chrétiens, subissons en Irak. Il y a plusieurs raisons à cette fragilité, toutes sont les séquelles de l’État Islamique. Toutes ces destructions ont grandement contribué à l’émigration des chrétiens. De nombreux problèmes pèsent sur nous. Mais par sa visite, le Pape nous donnera de l’espérance et de la confiance, il nous encouragera et réduira notre fardeau. Bien que la situation soit instable en Irak en ce qui concerne la sécurité, tout spécialement dans le domaine politique, on s’attend à ce qu’à l’arrivée du Pape, sa sécurité soit correctement assurée.

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Je voudrais lui demander de me donner sa bénédiction, de bénir mon travail et le dévouement des prêtres d’ici, et de bénir le peuple par ses prières. Je voudrais lui demander d’aider tous ceux qui sont en danger dans ce pays, qu’ils soient chrétiens ou musulmans. Qu’il tente de mobiliser les pays du monde entier pour soutenir ce pays qui a besoin d’aide.

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

J’aimerais qu’il visite l’église Al-Tahira, parce que c’est un symbole et un élément du patrimoine de Baghdeda. Cette église est la mère, le foyer et le patrimoine de chacun des habitants de Baghdeda. Nos ancêtres ont construit cette église, nous avons tous le sentiment d’en faire partie. Bien sûr, nous serions heureux qu’il visite de nombreux endroits, des églises, monastères et maisons traditionnelles, et qu’il rencontre également beaucoup de gens qui ont le désir de le voir.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita del Papa es lo que más hemos deseado aquí. Es una gran bendición. Sentimos un gran anhelo de verlo. Lo que agrega importancia a esta visita son las condiciones tan vulnerables que sufrimos los cristianos en Irak. Hay varios motivos para esa fragilidad, todas las secuelas que ha dejado el ISIS, esa enorme destrucción ha llevado en gran medida a la emigración de cristianos. Muchos problemas pesan sobre nosotros. Pero cuando nos visite, nos dará esperanza, confianza y aliento y reducirá esta carga. Además del hecho de que la situación de seguridad en Irak, especialmente la política, es inestable, se espera que a la llegada del Papa se garantice su seguridad de manera correcta.

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Querría pedirle que me dé su bendición, que bendiga mi servicio y la entrega de los sacerdotes aquí y que bendiga al pueblo a través de sus plegarias. Le pido que ayude a todos los que están en peligro en este país, ya sean cristianos o musulmanes. Que intente movilizar a los países del mundo para que apoyen a este país que necesita ayuda.

 ¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda / Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Me encantaría que visite la iglesia Al-Tahira, porque es símbolo y patrimonio de Baghdeda. Esta iglesia es madre, hogar y herencia de cada uno de los habitantes de Baghdeda. Nuestros antepasados ​​construyeron esta iglesia, todos nos sentimos parte de ella. Ciertamente, nos alegraría que visitara muchos lugares, iglesias, monasterios y casas tradicionales,  también que vea a muchas personas que anhelan verlo.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch des Papstes ist das, was wir uns hier am meisten gewünscht haben. Es ist ein großer Segen. Wir spüren eine starke Sehnsucht, ihn zu sehen. Was diesen Besuch noch wichtiger macht, sind die äußerst prekären Bedingungen, unter denen wir Christen im Irak leiden. Es gibt mehrere Gründe für diese Zerbrechlichkeit. All die Folgen, die ISIS hinterlassen hat, diese enorme Zerstörung hat in großem Maße zur Auswanderung von Christen geführt. Viele Probleme lasten auf uns. Aber wenn er uns besucht, wird er uns Hoffnung, Zuversicht und Ermutigung geben und diese Last verringern. Auch wenn die Sicherheitslage im Irak, insbesondere die politische Situation, instabil ist, hoffen wir, dass bei der Ankunft des Papstes seine Sicherheit ausreichend gewährleistet ist.

 

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Ich möchte ihn bitten, mir seinen Segen zu geben, meinen Dienst und die Hingabe der Priester hier zu segnen und die Menschen durch seine Gebete zu segnen. Ich bitte ihn, all jenen zu helfen, die in diesem Land in Gefahr sind, ob sie nun Christen oder Muslime sind; und die Länder der Welt zu mobilisieren, um dieses Land, das Hilfe braucht, zu unterstützen.

Was möchten Sie ihm in Baghdida / Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte, dass er die Al-Tahira-Kirche besucht, denn sie ist ein Symbol und Erbe von Baghdida. Diese Kirche ist die Mutter, die Heimat und das Vermächtnis eines jeden einzelnen Menschen in Baghdida. Unsere Vorfahren haben diese Kirche erbaut, wir alle fühlen uns als Teil von ihr. Sicherlich würden wir uns freuen, wenn er viele Orte, Kirchen, Klöster und traditionelle Häuser besuchen würde, und auch, wenn er viele Menschen treffen würde, die sich danach sehnen, ihn zu sehen.

What does the visit mean to you?
The papal visit is the thing we have longed for most of all here. It will be a great blessing. We have a great yearning to see him. What gives added importance to this visit is the so very vulnerable situation that we are suffering as Christians in Iraq. There are many reasons for this vulnerability, including the aftermath of what IS left behind, the enormous destruction which has led in such large measure to the emigration of the Christians. There are many problems weighing on us. But when he comes to visit us, he will give us new hope and confidence and some relief from this burden. In addition there is the fact that the security situation in Iraq, and especially the political situation, is so unstable, so we are hoping that when the Pope does arrive they will guarantee his security in the way that they should.

 

What would you like to say to the Holy Father?
I would like to ask him to give me his blessing, to bless my ministry and the hard work of all the priests here, and also to bless all the people through his prayers. I would ask him to help all those in danger in this country, whether they are Christians or Muslims. And that he might strive to encourage the countries of the world to support this nation, which is truly in need.

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? What places ought he to visit?
I would love him to visit the Al-Tahira church, because it is a symbol and a rich cultural legacy of Baghdeda. This church is the mother, the home and the inheritance of every one of the inhabitants of Baghdeda. Our forefathers built this church, and we all feel we are a part of it. Of course, we would be happy for him to visit many different places – churches, monasteries and traditional homes – and also for him to be able to meet all the many people who are longing to see him.

Que signifie pour vous cette visite ?

Elle a une valeur morale, et non pas économique. Cette question occupera l’opinion publique mondiale, et tout spécialement irakienne. J’ai l’impression d’y tenir une place importante.

 

Qu’aimeriez-vous dire au Saint-Père ?

Ce sera formidable de faire sa connaissance, et je voudrais lui dire : « Nous avons besoin d’une protection internationale parce que notre communauté chrétienne a subi une migration forcée ».

Qu’aimeriez-vous lui montrer à Qaraqosh/Baghdeda ? Que devrait-il visiter ?

J’aimerais lui montrer les églises et les maisons brûlées, afin qu’il voie les dégâts que l’État Islamique a laissés derrière lui dans cette ville. Et aussi notre Musée du patrimoine de Baghdeda pour lui présenter notre histoire et notre culture.

¿Qué significa la visita para usted?
La visita tiene un valor moral, no económico. Este tema ocupará la opinión pública en el mundo y especialmente en Irak. Siento que tengo un lugar importante en él.

 

¿Qué le gustaría decirle al santo padre?
Será genial conocerlo y querría decirle “necesitamos protección internacional, porque nuestra comunidad cristiana ha sufrido una migración forzada”.

¿Qué le gustaría mostrarle en Baghdeda /Qaraqosh? ¿Qué debería visitar?
Me gustaría mostrarle las iglesias y las casas quemadas, para que vea el daño que dejó ISIS en esta ciudad. Y también nuestro Museo del patrimonio de Baghdeda para presentarle nuestro historia y cultura.

Was bedeutet der Besuch für Sie?
Der Besuch hat einen moralischen Wert, keinen wirtschaftlichen. Er wird die öffentliche Meinung in der Welt und insbesondere im Irak beherrschen. Ich habe das Gefühl, dass ich einen wichtigen Anteil daran habe.

Was würden Sie dem Heiligen Vater gerne sagen?
Es wird großartig sein, ihn zu treffen, und ich möchte ihm sagen: „Wir brauchen internationalen Schutz, weil unsere christliche Gemeinschaft unter der erzwungenen Auswanderung gelitten hat“.

Was möchten Sie ihm in Baghdida /Karakosch zeigen? Was sollte er besuchen?
Ich möchte ihm die Kirchen und ausgebrannten Häuser zeigen, damit er den Schaden sieht, den ISIS in dieser Stadt angerichtet hat. Und auch unser Heimatmuseum in Baghdida, um ihm unsere Geschichte und Kultur näher zu bringen.

What does this visit mean to you?
This visit has a moral value rather than an economic one. This is a topic that will engage public opinion around the world and especially in Iraq. I feel as though I have an important part to play in it.

What would you like to say to the Holy Father?

It would be wonderful to be able to meet him, and I would like to be able to say to him, “We need international protection, because our Christian community was forcibly displaced.”

What would you like to show him in Qaraqosh/ Baghdeda? What places should he visit?
I would like to be able to show him the churches and houses that were burnt out, so that he could see the destruction left behind by IS in this city. And also our Baghdeda Heritage Museum, so that we can show him our history and culture.