Äquatorialguinea bereitet sich geistlich auf den historischen Besuch von Papst Leo XIV. vor
Die Ortskirche hofft, dass diese Reise nach mehr als vier Jahrzehnten ohne päpstlichen Besuch einen „Wendepunkt“ markieren wird.
Die Kirche in Äquatorialguinea blickt dem bevorstehenden Besuch Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. mit tiefer Hoffnung und intensiver geistlicher Vorbereitung entgegen – ein historisches Ereignis, das mit den Feierlichkeiten zum 170. Jahrestag des Beginns der Evangelisierung im Land (1855) zusammenfällt.

Mehr als 40 Jahre nach dem Besuch Johannes Pauls II. im Jahr 1982 bereiten sich die Gläubigen intensiv darauf vor, den Heiligen Vater zu empfangen. Beide Papstbesuche haben jedoch einen unterschiedlichen Charakter. „Während der Besuch von 1982 Teil einer umfassenderen Afrikareise war und Äquatorialguinea eher eine Zwischenstation war, ist der aktuelle Besuch speziell für Äquatorialguinea konzipiert worden, was die pastorale und symbolische Bedeutung dieser Reise für das Land unterstreicht“, erklärt Pater Sebastián Mba Nguema Mokuy, Rektor des interdiözesanen Priesterseminars „La Purísima“ in Bata.
„Damals richtete der heilige Johannes Paul II. eine Botschaft an uns, die mir im Gedächtnis geblieben ist: ‚Äquatorialguinea, erhebe dich!‘ Heute hallt dieser Aufruf mit neuer Kraft wider. Dieser Geist muss wiederbelebt werden“, erklärt er.
Geistliche Vorbereitung und große Mobilisierung der Gläubigen
In allen Diözesen des Landes werden Fortbildungen, Katechesen und pastorale Initiativen organisiert. „An diesem Wochenende habe ich in Mongomo vor etwa 500 bis 600 Gläubigen – aus Vereinigungen und apostolischen Gruppen – einen Vortrag zur geistlichen Vorbereitung gehalten, um ihnen zu helfen, ihr Herz auf die Ankunft des Papstes vorzubereiten“, berichtet der Priester.
Das Motto des Papstbesuchs vom 21. bis 23. April lautet: „Christus, Licht Äquatorialguineas auf dem Weg in eine Zukunft der Hoffnung“ – eine Einladung, den Glauben als moralischen Kompass und Quelle gesellschaftlicher Erneuerung zu entdecken.

Bei einer Bevölkerung von rund 1,5 Millionen Einwohnern bekennen sich mehr als 97 Prozent zum christlichen Glauben; schätzungsweise etwa 85 Prozent sind getaufte Katholiken, auch wenn der Glaube in vielen Fällen mit Praktiken traditioneller Religionen koexistiert. Vor diesem Hintergrund erhält der Besuch des Papstes eine besonders starke Bedeutung.
Nach Einschätzung von Pater Sebastián finde der Besuch in einem Kontext pastoraler Herausforderungen statt, darunter das Wachstum von Sekten, die Säkularisierung und verschiedene gesellschaftliche Spannungen. „Das Volk hat einen Teil des spirituellen Impulses verloren, den es 1982 empfangen hatte. Deshalb muss die Ankunft des Papstes ein Moment des ‚Aggiornamento‘, einer tiefen Erneuerung sein“, bekräftigt er. „Dieser Besuch muss einen Wendepunkt markieren. Es ist ein Moment innerer Erneuerung, der Begegnung mit Christus und der Stärkung unseres gemeinschaftlichen Glaubens.“
Begegnung mit Jugendlichen, Familien und den Schwächsten
Das Reiseprogramm umfasst Begegnungen mit starkem pastoralem Inhalt. Einer der bedeutendsten Momente wird die große Begegnung mit Jugendlichen, Familien und apostolischen Bewegungen im Stadion von Bata sein.
Diese Veranstaltung fällt mit einer jüngsten Initiative der Ortskirche zusammen: dem Nationalen Jugendtreffen, dessen erste Ausgabe 2024 mit Unterstützung von „Aid to the Church in Need“ stattfand. Inspiriert durch den von Papst Franziskus besuchten Weltjugendtag beschloss die Kirche in Äquatorialguinea, dieses Treffen alle zwei Jahre auf nationaler Ebene zu etablieren.
Das für 2026 geplante Jugendtreffen, das ursprünglich in Malabo stattfinden sollte, wurde nach Bata verlegt, um es mit dem Besuch des Heiligen Vaters zu verknüpfen und so seine kirchliche und nationale Dimension zu stärken.
Darüber hinaus wird der Papst ein Gefängnis und eine psychiatrische Klinik besuchen, um den Schwächsten eine Botschaft der Hoffnung zu bringen, und in einem Moment des Gebets der Opfer der Explosion von Bata am 7. März 2021 gedenken. An jenem Sonntag forderte eine Reihe von Explosionen in einer Militärkaserne in Bata mehr als hundert Todesopfer und etwa fünfhundert Verletzte. Die Tragödie, die durch die versehentliche Explosion gelagerten Sprengstoffs ausgelöst wurde, hat tiefe Wunden in der Gesellschaft hinterlassen und bleibt bis heute ein Symbol kollektiven Leids.
Die Rolle von ACN: entscheidend für die Ortskirche
Das päpstliche Hilfswerk „Aid to the Church in Need“ begleitet die Kirche in Äquatorialguinea beständig, indem es die Ausbildung von Seminaristen, den Aufbau von Infrastruktur sowie die seelsorgliche Arbeit unter äußerst begrenzten Ressourcen unterstützt.
Derzeit beherbergt das interdiözesane Priesterseminar 76 Seminaristen – trotz erheblicher materieller Einschränkungen. „Die Hilfe wird mit großer Freude aufgenommen, denn sie ermöglicht unsere Mission“, betont Pater Sebastián. „Sie ist nicht nur materieller Natur, sondern ein konkretes Zeichen der Nächstenliebe der Weltkirche.”

„Gott kommt unserem Volk nahe“, schließt Pater Sebastián. „Wir hoffen, dass dieser Besuch den Glauben neu beleben und uns helfen wird, mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen.“
Seine Botschaft ist klar: „Wir dürfen die Schwierigkeiten nicht als Ende betrachten, sondern als Chance zum Wiederaufbau. Heute, wie schon 1982, erklingt der Ruf erneut mit Nachdruck: Äquatorialguinea, erhebe dich!“