Home » Nachricht » Christen in Indien suchen Schutz vor der Hindutva-Regierung

Christen in Indien suchen Schutz vor der Hindutva-Regierung

Nach einem Mordanschlag von Extremisten auf eine katholische Schule hat ein führender Geistlicher erklärt, dass indische Christen unter der Regierung von Premierminister Modi niemals sicher sein werden.

In einem Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN) über den Angriff von etwa 500 Menschen auf die St. Joseph-Schule in Ganj Basoda, Madhya Pradesh, äußerte sich Pater Maria Stephen kritisch über die Regierung, die oft als Hindutva-Nationalistisch bezeichnet wird. Er sagte: „Solange die BJP [Bharatiya Janata Party] an der Macht ist, werden die Christen in hohem Maße mit Ungerechtigkeit und Verfolgung konfrontiert sein. Sie haben Angst vor den Christen wegen ihres Engagements“. Er fügte hinzu: „Die Fundamentalisten glauben, dass die Motivation hinter unserem sozialen Einsatz darin besteht, andere zum Christentum zu bekehren.“

 

Die Schule wurde am 6. Dezember angegriffen, nachdem in den sozialen Medien Gerüchte aufgetaucht waren – die Pater Stephen als falsch bezeichnete -, die Schule in Madhya Pradesh, einem von der BJP regierten Bundesstaat, habe mindestens acht Schüler zum Christentum bekehrt.

 

Pater Stephen sagte: „Modi persönlich mag es nicht, wenn die Menschen Minderheiten angreifen… Aber dort, wo die BJP-Regierung den Staat regiert, nimmt die Gewalt zu…

Wann immer wir politische Führer treffen, grüßen sie uns herzlich und sind sehr freundlich. Aber manchmal sind sie nicht in der Lage, den Mob und die Gewalt zu kontrollieren.“ Er fügte hinzu: „[Christen werden angegriffen], weil die Hindus der hohen Kaste wollen, dass die Menschen der niedrigen Kaste ihnen dienen.  Missionare bringen den Menschen bei, dass Alle gleich sind. Ein Teil der Hindus will, dass die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher werden.

 

Die Schule wird von der Kongregation der Malabar-Missionsbrüder des Heiligen Franz von Assisi, einem Orden der syro-malabarischen katholischen Kirche, betrieben.

Bei dem Angriff warf der Mob Steine gegen die Fenster, riss die Türen mit Eisenstangen auf und stürmte das Gebäude.

 

Pater Stephen sagte: „Die Polizei hat den Mob indirekt unterstützt. Die Schulleitung hatte einen Tag zuvor einen Antrag auf Polizeischutz gestellt, aber sie nahm ihn nicht ernst. Man hatte das Gefühl, dass der Polizeipräsident die Christen nicht mochte“.

 

 

Während des Angriffs waren einige Schüler dabei, eine Matheprüfung abzulegen. Nach Angaben von UCA News erlitt die Schule, in der 1500 Schüler unterrichtet werden, einen Schaden von fast 2 Millionen Rupien (19.000 Pfund).

 

Pater Stephen berichtete: „Die Kinder waren sehr verängstigt. Am nächsten Tag weigerten sich die Kinder, zur Prüfung zu kommen. Das war ihre negative Reaktion auf den Mob.”

 

In Bezug auf die neuen Konversionsgesetze in Madhya Pradesh sagte er: „Nach dem neuen Gesetz muss der Angeklagte seine Unschuld beweisen und nicht der Ankläger die Schuld des Angeklagten. Es dauert Monate oder sogar Jahre, um freigesprochen zu werden. Bislang konnte in keinem dieser Fälle bewiesen werden, dass Pfarrer oder Pastoren die Menschen gezwungen hätten, zum Christentum zu konvertieren.“

 

Don't miss the latest updates!

Gaza: Osterhoffnung inmitten der Trümmer

Auf dem Gelände der katholischen Pfarrei in Gaza hat die…

Libanon. „Das ist kein gerechter Krieg, es ist eine Niederlage für uns alle.“

Der libanesische Bischof Jules Boutros erklärt gegenüber ACN, dass die…

Nahostkrieg: Aid to the Church in Need weitet Nothilfe im Libanon aus

Angesichts der jüngsten Eskalation im Libanon intensiviert das päpstliche Hilfswerk…

„Die Kirche ist im Libanon wirklich ein Fels in der Brandung“ – inmitten zunehmender Luftangriffe

Die Kirchen haben ihre Türen für Binnenvertriebene geöffnet. Doch ihre…

Die weltweite ACN-Petition für Religionsfreiheit erreicht mehr als 20 000 Unterschriften

Laut dem aktuellen „Bericht zur Religionsfreiheit in der Welt“ leben…

ALGERIEN: Der Papst besucht Annaba als „Sohn des heiligen Augustinus“

Mitte April wird erstmals ein Papst Algerien besuchen. Leo XIV.,…

Mauretanien: Die Herausforderungen, eine Gemeinschaft von Migranten zu betreuen

Die einzige Diözese Mauretaniens hat gerade ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert.…

Gaza: Osterhoffnung inmitten der Trümmer

Auf dem Gelände der katholischen Pfarrei in Gaza hat die Karwoche inmitten des anhaltenden Krieges und großer Not begonnen. Dennoch möchte die Gemeinde Ostern mit Inbrunst feiern – getragen vom...

Nigeria: „Für uns ist die Karwoche kein historisches Ereignis, sondern heutige Realität. Mein Volk erlebt einen Exodus“

Der Bischof von Wukari berichtet ACN vom Leid seiner Gläubigen. Er fordert die nigerianische Bundesregierung auf, mehr zu tun, um der Gewalt Einhalt zu gebieten. Die Diözese Wukari im Bundesstaat...

Jerusalem: Existenz christlicher Schulen bedroht

Am 10. März 2026 teilte das israelische Bildungsministerium mit, dass für das Schuljahr 2026/27 keine Arbeitsgenehmigungen mehr für palästinensische Lehrkräfte mit Wohnsitz im besetzten Westjordanland ausgestellt werden, die eine „Green...