Red Week 2026: Weltweit werden Hunderte Kirchen und Wahrzeichen rot beleuchtet, um auf das Schicksal verfolgter Christen aufmerksam zu machen
Mehr als 125.000 Menschen, 130 Kathedralen und rund tausend Kirchen und öffentliche Gebäude auf verschiedenen Kontinenten werden sich an der Red Week und dem Red Wednesday 2026 beteiligen.
Die Red Week wurde 2015 vom päpstlichen Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN) ins Leben gerufen – in mehreren Ländern ist sie als Red Wednesday bekannt. Die Initiative verbindet die rote Beleuchtung von Gebäuden mit Gebetswachen, Zeugnissen, öffentlichen Veranstaltungen, Schulaktionen und Begegnungen mit Christen aus Ländern, in denen sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Nach den jüngsten Angaben von ACN leben 413 Millionen Christen in Ländern, in denen die Religionsfreiheit schwerwiegend verletzt wird. Rund 220 Millionen Christen sind weltweit unmittelbar von Verfolgung bedroht.
„Vor diesem Hintergrund organisiert das päpstliche Hilfswerk auch im kommenden November die Red Week. Mit Gebetsaktionen, Zeugnissen und Sensibilisierung möchte die Initiative auf internationaler Ebene auf die zunehmende Einschränkung der Religionsfreiheit aufmerksam machen und an die Millionen Christen erinnern, die aufgrund ihres Glaubens diskriminiert oder verfolgt werden“, erklärt Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von ACN International.
Nach den bisher vom Hilfswerk erhobenen Zahlen werden sich mehr als 125.000 Menschen, mindestens 130 Kathedralen sowie Tausende Kirchen und öffentliche Gebäude an der Initiative beteiligen.
Zu den Orten, die in diesem Jahr rot erstrahlen werden, gehören unter anderem der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten, die Christus-König-Statue in Almada bei Lissabon, die Basilika von Knock in Irland und die St.-Mary’s-Kathedrale in Sydney.

Am 23. November sollen die Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg rot beleuchtet werden. Damit erreicht der Appell für Religionsfreiheit eine der wichtigsten politischen Institutionen Europas.
In Österreich wird mit der Beteiligung von rund 350 Pfarreien und Gebäuden gerechnet. In den Niederlanden beteiligen sich mehr als 200 Kirchen, darunter sämtliche Kathedralen, und in Deutschland rund 200 Kirchen. In Irland nehmen alle 26 Diözesankathedralen daran teil.
Am anderen Ende der Welt rechnen Australien und Neuseeland mit rund 100 Veranstaltungen, darunter Gottesdienste, Gebetswachen sowie Aktionen in Pfarreien und Schulen. Die Organisatoren rechnen mit etwa 20.000 Teilnehmer.

Insbesondere auch auf den Philippinen hat sich der Red Wednesday fest im kirchlichen Leben etabliert. Inspiriert von der ACN-Initiative erklärte die Katholische Bischofskonferenz der Philippinen den Mittwoch nach dem Christkönigsfest offiziell zum Red Wednesday. In diesem Jahr fällt er daher auf den 25. November. Alle 87 Diözesen des Landes beteiligen sich, und bei den Gottesdiensten wird eine zusätzliche Kollekte zugunsten verfolgter Christen durchgeführt.
Rot ist mehr als nur eine Farbe
Laut dem ACN-Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ 2025 leben mehr als 5,4 Milliarden Menschen – nahezu zwei Drittel der Weltbevölkerung – in Ländern, in denen Religionsfreiheit nicht vollständig gewährleistet ist.

Der Bericht untersucht die Lage in 196 Ländern und stellt schwerwiegende Verstöße gegen die Religionsfreiheit in 62 Staaten fest. Davon werden 24 als Länder mit Verfolgung und 38 als Länder mit Diskriminierung eingestuft. Die Untersuchung zeigt außerdem die vielfältigen Formen, die die Unterdrückung annehmen kann.
Die Farbe Rot erinnert an das Blut der Märtyrer und aller Menschen, die wegen ihres Glaubens leiden. In 68 Ländern wurden Beschädigungen oder Zerstörungen christlichen Eigentums aus eindeutig religiösen Beweggründen dokumentiert. In 62 Ländern waren Kirchen dabei das Hauptziel. In 57 Ländern waren Christen aufgrund ihres Glaubens körperlicher Gewalt oder Verhaftungen ausgesetzt; in 33 Ländern wurden sie durch religiöse Verfolgung gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.
„Jede rot beleuchtete Kirche, jedes angestrahlte Denkmal erinnert an Menschen, die ihren Glauben nicht frei leben können. Mit der Red Week wollen wir den Verfolgten zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Wir möchten die Welt daran erinnern, dass Religionsfreiheit kein Privileg, sondern ein grundlegendes Menschenrecht ist. Deshalb laden wir in diesem Jahr Menschen auf der ganzen Welt ein, sich mit ihrer Unterschrift unter eine Petition für die Verteidigung dieses Rechts einzusetzen“, so Regina Lynch.

Hinter den Zahlen stehen konkrete menschliche Schicksale. ACN dokumentierte im Jahr 2025 die Ermordung von 19 Priestern und Ordensleuten. Weitere 28 Personen wurden verhaftet oder aufgrund von Verfolgung ihrer Freiheit beraubt.
Den Verfolgten eine Stimme geben
Die Red Week 2026 will nicht nur auf die Verfolgung aufmerksam machen, sondern auch den Betroffenen selbst eine Stimme geben. Deshalb werden Christen aus besonders betroffenen Ländern von ihren Erfahrungen berichten.
In Österreich wird Erzbischof Bashar Warda aus Erbil im Irak an mehreren Veranstaltungen teilnehmen, darunter eine Messe, Jugendtreffen und ein Gebetsmarsch durch Wien, zu dem zwischen 1.000 und 2.000 Teilnehmer erwartet werden.

In Deutschland wird Erzbischof Benny Mario Travas von Karatschi in Pakistan bei den zentralen Veranstaltungen in Balderschwang, Leipzig und Berlin sprechen. Bundesweit sind mehr als hundert Aktivitäten in Pfarreien geplant.
Ein weiterer Vertreter der Kirche in Pakistan, Bischof Samson Shukardin, Vorsitzender der Pakistanischen Bischofskonferenz, wird an Veranstaltungen der Red Week in den Niederlanden teilnehmen. Am 18. November spricht er bei einer Konferenz über Religionsfreiheit im Europäischen Parlament in Brüssel, die in Zusammenarbeit mit der Intergruppe des Europäischen Parlaments für Religions- und Glaubensfreiheit organisiert wird.
In der Schweiz werden Vertreter und Zeugen aus Nigeria, Burkina Faso, Kamerun und dem Irak an rund 40 bis 45 Veranstaltungen im ganzen Land teilnehmen.

In Portugal wird Erzbischof Ignatius Kaigama von Abuja in Nigeria an einer Veranstaltungswoche mit Gottesdiensten, Mediengesprächen, Vorträgen, Gebetswachen und einer „Nacht der Zeugen“ teilnehmen. Darüber hinaus organisiert ACN im Land gemeinsam mit dem Weltweiten Gebetsnetzwerk des Papstes einen siebentägigen geistlichen Weg unter dem Titel 7 Days to Light Up the World.
Gottesdienste, Gebetswachen, Märsche, Konferenzen, Jugendtreffen, Schulveranstaltungen und öffentliche Aktionen in Dutzenden Ländern bilden zusammen eine Kampagne. Je nach Land unterscheiden sich Form und Zeitpunkt der Veranstaltungen, das Ziel bleibt jedoch dasselbe: Im November auf das Schicksal der Menschen aufmerksam zu machen, die wegen ihres Glaubens leiden, und für das grundlegende Menschenrecht auf Religionsfreiheit einzutreten.
Unterzeichnen Sie die ACN-Petition für Religionsfreiheit
Erheben Sie gemeinsam mit Millionen Menschen Ihre Stimme für das Recht, den Glauben frei leben zu können.
Hier unterschreiben: https://acninternational.org/de/petition/