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Indische Kirche ruft zu einem nationalen Gebetstag auf, um ihren Dienst an den Armen zu schützen

Die umfangreiche karitative Arbeit der Kirche in Indien könnte gefährdet sein, sollte der Gesetzgeber das ohnehin schon restriktive Gesetz zur ausländischen Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen weiter verschärfen.

Christen in ganz Indien bereiten sich auf einen Gebetstag am Sonntag, den 28. Juni, vor. Anlass ist die Sorge über einen Gesetzentwurf, der sich negativ auf die Arbeit der Kirche auswirken könnte.

Indische Christen werden sich am 28. Juni zu einem Gebetstag versammeln

Der Gesetzentwurf von 2026 zur Änderung des „Foreign Contribution Regulation Act“ (FCRA) soll in der nächsten Sitzung des Bundesparlaments diskutiert werden. Er sieht Änderungen an einem Gesetz vor, das ursprünglich im Jahr 1976 verabschiedet wurde – vor dem Hintergrund der Befürchtung, ausländische Organisationen könnten Gelder nach Indien leiten, um das „nationale Interesse“ zu untergraben.

Im Jahr 2020 wurde das Gesetz von der indischen Regierung erheblich verschärft. Dabei wurden die Kriterien für die Ablehnung der Registrierung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ausgeweitet; sie umfassen seither unter anderem „entwicklungsfeindliche Aktivitäten“, „Anstiftung zu böswilligen Protesten“ und „gewaltsame religiöse Konversion“.

Seit den Änderungen im Jahr 2020 wurde das Gesetz genutzt, um Tausenden von NGOs die Registrierung zu entziehen oder deren Verlängerung zu verweigern.

Die indische Kirche leistet viel Arbeit, um den Ärmsten der Armen zu helfen

Die vorgeschlagene Gesetzesänderung würde nicht nur die Kriterien für NGOs weiter verschärfen, sondern dem Staat auch ermöglichen, Gelder und Vermögenswerte aufgelöster Organisationen zu beschlagnahmen. Sie könnte sogar rückwirkend angewendet werden, sodass private Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser, Kliniken oder andere Institutionen, die über Jahrzehnte hinweg mit ausländischen Mitteln aufgebaut wurden, an eine neu geschaffene „designierte Behörde“ der Zentralregierung übergehen könnten – was faktisch einer Beschlagnahmung gleichkäme.

Angesichts des Umfangs der christlichen Wohltätigkeitsarbeit in Indien sind die Kirchen zutiefst besorgt, dass das neue Gesetz ihre Arbeit zusätzlich erschwerenwürde.

In Indien dienen christliche Einrichtungen einem weit größeren Teil der Bevölkerung, als es der Anteil der christlichen Gemeinschaft vermuten ließe. So besuchen beispielsweise rund 10 % aller indischen Schüler eine christliche Schule; viele von ihnen stammen aus benachteiligten Familien. Ebenso bedeutend ist die Arbeit der Kirchen im Gesundheitswesen. Die Katholische Gesundheitsvereinigung Indiens (Catholic Health Association of India) versorgt jährlich rund 21 Millionen der ärmsten und am stärksten ausgegrenzten Menschen des Landes.

Die Kirche spielt im indischen Bildungswesen eine überaus wichtige Rolle

Vor diesem Hintergrund heißt es in einem Schreiben der Indischen Bischofskonferenz (CBCI), der Gesetzentwurf habe „Bedenken hinsichtlich seiner möglichen Auswirkungen auf die karitativen, bildungsbezogenen, gesundheitsbezogenen und sozialen Dienste geweckt, die von Kirchen und christlichen Einrichtungen im ganzen Land geleistet werden. Die Kirche in Indien hat sich stets in den Dienst der Gesellschaft gestellt, insbesondere der Armen und Ausgegrenzten, als Ausdruck der christlichen Werte Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.“

Das von CBCI-Präsident Kardinal Anthony Poola unterzeichnete Rundschreiben ruft alle Katholiken dazu auf, gemeinsam mit anderen Christen für einen gerechten Ausgang zu beten. „Ich bitte daher darum, dass Sonntag, der 28. Juni 2026, in der gesamten katholischen Kirche Indiens als nationaler Gebetstag begangen wird. Während der Feier der Heiligen Eucharistie können besondere Gebetsanliegen für unser Land, für diejenigen, denen öffentliche Verantwortung anvertraut ist, und für die Freiheit der Kirche, ihren Dienst zu erfüllen, vorgebracht werden. Gegebenenfalls können auch eucharistische Anbetung, der Rosenkranz, Gebetsgottesdienste und freiwilliges Fasten organisiert werden. Pfarreien und Einrichtungen können zudem in Zusammenarbeit mit anderen christlichen Gemeinschaften ökumenische Gebetsversammlungen organisieren.“

„Als verantwortungsbewusste Bürger wollen wir uns weiterhin für Frieden, Gerechtigkeit, Harmonie und das Gemeinwohl unserer Nation einsetzen“, heißt es in der Erklärung. Zugleich werden die Gemeinden ermutigt, an ihre gewählten Vertreter zu schreiben und ihre Besorgnis über die möglichen negativen Auswirkungen der vorgeschlagenen Gesetzesänderungen zum Ausdruck zu bringen.

ACN ruft alle Freunde und Wohltäter dazu auf, die indischen Christen in den kommenden Wochen – insbesondere an diesem Gebetstag – in ihre Gebete einzuschließen, damit etwaige Gesetzesreformen die Freiheit der Kirche bewahren, ihren Dienst an den Armen und Ausgegrenzten fortzusetzen.

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