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Mit 34,5 Prozent war Afrika auch 2025 wieder die Prioritätsregion unserer Hilfsprojekte. Vor allem in Gebieten, in denen sich islamistischer Terror ausbreitet und Christen Opfer von Verfolgung und Vertreibung werden, haben wir unsere Hilfe verstärkt, beispielsweise in Burkina Faso, Mali und Niger um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich wächst die Kirche in Afrika dynamisch und benötigt Unterstützung, um ihre Mission erfüllen zu können.

19 Prozent unserer Hilfe kamen Asien (inklusive 0,9 Prozent für Ozeanien) zugute, wo Christen in den meisten Ländern eine diskriminierte oder sogar verfolgte Minderheit bilden. Dabei war Indien das Land, das 2025 weltweit die meiste Hilfe von uns erhielt.

Das Fördervolumen für den Nahen Osten, wo sich die Lage massiv verschlechtert hat, betrug 17,1 Prozent unserer Gesamthilfe. Neben Syrien und dem Libanon waren 2025 die notleidenden Christen im Heiligen Land ein Schwerpunkt. Mit Nothilfen und der Stärkung der Seelsorge wollen wir dazu beitragen, das Überleben der christlichen Gemeinden zu sichern und der massiven Abwanderung von Christen entgegenzuwirken.

Auf Lateinamerika entfielen 16,4 Prozent unserer Gesamthilfe, denn Landflucht, Migration, Sekten und kirchenfeindliche Regierungen stellen dort große Herausforderungen für die Kirche dar.

Auch 2025 erreichten uns wieder viele Bitten um Unterstützung aus der Ukraine. Inmitten des Krieges steht die Kirche den Menschen bei, die mehrheitlich schwer traumatisiert sind und Hilfe in den Pfarrgemeinden und Klöstern suchen. 2025 flossen daher 6,9 Prozent unserer Mittel in die Ukraine. Insgesamt lag unsere Hilfe für Europa bei 12,8 Prozent.

Überblick über Afrika

Trotz aller Herausforderungen ist der afrikanische Kontinent ein Ort der Hoffnung für die katholische Kirche. Denn die katholischen Gemeinden Afrikas wachsen und sind jung. So lebt heute jeder fünfte Katholik der Welt in Afrika. Außerdem stammen weltweit mittlerweile jeder siebte Priester und mehr als jede siebte Ordensfrau sowie rund ein Drittel aller Seminaristen aus Afrika. Angesichts von Hunger, Gewalt und politischer Instabilität steht hier oft nur die Kirche der Bevölkerung zur Seite. Dies ist ein Grund, weshalb der Kontinent für ACN weiterhin Prioritätsregion bleibt.

Auch 2025 blieb die zunehmende islamistische Gewalt in vielen Teilen Afrikas eines der größten Probleme. So hat sich die Präsenz dschihadistischer Terrorgruppierungen vor allem in der Sahelzone weiter gefestigt und ausgeweitet. Besonders stark betroffen davon sind Länder wie Burkina Faso, Mali und Niger. Millionen Menschen sind bereits aus den Konfliktregionen geflohen. Die Flucht rettet zwar vielen das Leben, doch die Not und das Leid sind immens. Im Berichtsjahr hat sich die Situation weiter verschärft. ACN hat die Hilfe in dieser Region daher um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Die zunehmende Gewalt hat leider auch wieder Opfer unter Vertretern der Kirche gefordert. So war Afrika im Berichtsjahr erneut der Kontinent mit der höchsten Zahl ermordeter Priester und kirchlicher Mitarbeiter weltweit. Darüber hinaus sind Entführungen von Priestern und Ordensleuten vielerorts inzwischen zu einer Waffe und einem Druckmittel gegen die Kirche geworden.

ACN lässt die Kirche Afrikas in dieser schweren Lage nicht allein. Wir fördern schwerpunktmäßig die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laien, wozu auch Weiterbildungen gehören, die es ihnen ermöglichen, die oft schwer traumatisierten Menschen in Konfliktregionen kompetent zu unterstützen. Außerdem helfen wir beim Erwerb geländetauglicher Fahrzeuge, damit die Seelsorger die Gläubigen in schwer zugänglichen Regionen besser erreichen. Wir unterstützen zudem den Bau von Kirchen und Kapellen und leisten durch Mess-Stipendien und Existenzhilfen einen Beitrag zum Lebensunterhalt von Priestern und Ordensleuten.

Überblick über Lateinamerika

Lateinamerika mit seinen fast 400 Millionen Katholiken wird oft „der katholische Kontinent“ genannt. Dennoch ist die Ortskirche besorgt, da die Zahl der Gläubigen in den letzten zehn Jahren stark gesunken ist. Gründe hierfür sind vor allem ein aggressiver Säkularismus, die Zunahme von Sekten sowie autoritäre Regime, die die Kirche unterdrücken und ihre Arbeit stark einschränken. Auch die Migrationsströme stellen die Kirche vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat ACN im Berichtsjahr in Lateinamerika mit insgesamt 16 Millionen Euro geholfen.

Besonders kritisch ist die Lage für die Kirche seit Jahren in Kuba, Venezuela und Nicaragua, wo sie staatlicherseits in ihrer Arbeit behindert wird. In Ländern wie Mexiko, Haiti, Ecuador, Kolumbien und Brasilien wiederum terrorisieren kriminelle Banden und Drogenkartelle die Bevölkerung. Die Kirche gerät dabei oft ins Fadenkreuz, weil sie die Stimme für Gerechtigkeit und Frieden erhebt.

Ein weiteres Problem ist in vielen lateinamerikanischen Ländern die hohe Inflationsrate. Das sich verschärfende Armutsproblem führt zu einer starken Zunahme der Migration ins Ausland, vor allem in die Nachbarländer, die dadurch mit zusätzlichen sozialen Herausforderungen konfrontiert sind. Zugleich wandert die ländliche Bevölkerung vielerorts vermehrt in die urbanen Zentren ab, was ebenfalls zu einem rasanten Wachstum der ohnehin überfüllten Elendsviertel führt. Die Pfarreien sind mit dem dadurch bedingten Zustrom von Gläubigen oft überfordert und können den Bedarf an seelsorgerischer und sozialer Betreuung kaum bewältigen.

Um Abhilfe für den Priestermangel zu schaffen, der dazu führt, dass die Kirche in manchen Gebieten wenig präsent ist und sich Sekten ausbreiten, fördert ACN die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Katecheten. Außerdem werden Initiativen unterstützt, die jungen Menschen dabei helfen, ihre Berufung zu finden. Um den kirchenfeindlichen Strömungen in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, fördert ACN die Arbeit katholischer Fernseh- und Radiosender sowie digitaler Medien und unterstützt die Verteilung katechetischer Bücher.

Überblick über den Naher Osten

Nach wie vor gehört der Nahe Osten zu den größten Konfliktgebieten weltweit. Die militärische Eskalation im Gazastreifen und der Krieg im Iran haben die Region erneut in Chaos und schweres Leid gestürzt. Für ACN ist der Nahe Osten daher weiterhin eine Prioritätsregion. 2025 kamen 17,1 Prozent der Gesamthilfe von ACN den Christen im Nahen Osten zugute. Insgesamt halfen wir 2025 in dieser Region mit 16,6 Millionen Euro. Unser vorrangiges Ziel ist es, Christen zu ermutigen, in ihrer Heimatregion zu bleiben. Ein wichtiges Zeichen der Hoffnung war im Berichtsjahr die Nahost-Reise von Papst Leo XIV.


Zu den Schwerpunktländern unserer Nahost-Hilfe gehören Syrien, der Libanon und das Heilige Land, wo wir die notleidenden Christen weiterhin mit umfangreichen Nothilfen unterstützen. Die Präsenz der Christen in der Region zu stärken, ist von immenser Bedeutung, denn sie werden von vielen als Mittler zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen in der Region wahrgenommen.

Papst Leo XIV.

Angesichts der neuen Eskalationen, die der Iran-Krieg auch über den Libanon gebracht hat, veranlasste ACN im März 2026 umfangreiche Nothilfen, insbesondere für aus dem Südlibanon geflüchtete Menschen.

Im Berichtsjahr wurde insbesondere der Besuch von Papst Leo XIV. im Nahen Osten mit Spannung erwartet – es war zugleich die erste Auslandsreise in seinem Pontifikat.

Zunächst besuchte der Papst die Türkei anlässlich des 1700-jährigen Jubiläums des Ersten Konzils von Nicäa, auf dem wichtige Glaubensgrundlagen für alle Christen formuliert wurden. Zu den Höhepunkten der apostolischen Reise gehört das gemeinsame Gebet des Papstes mit Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel und anderen Vertretern orthodoxer Kirchen.

Anschließend reiste der Heilige Vater in den Libanon, wo er in Beirut eindringlich zum Frieden aufrief.

Überblick über Europa

Auch 2025 war die Ukraine wieder das Schwerpunktland unserer Hilfe in Europa, denn die Bevölkerung leidet nach wie vor stark unter dem Krieg. Die Kirche steht den Menschen weiterhin unerschütterlich in ihren Nöten zur Seite. Seit dem Ausbruch des Krieges im Februar 2022 haben wir in dem Land 1.256 Projekte mit insgesamt 30,35 Millionen Euro unterstützt. Allein im Berichtsjahr waren es 308 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 6,7 Millionen Euro. Damit lag die Ukraine 2025 weltweit auf Platz zwei der von ACN am stärksten geförderten Länder.

Zu Beginn des Krieges leisteten wir vor allem Nothilfen, womit wir der Kirche halfen, das unmittelbare Überleben der geflüchteten Menschen zu sichern. Inzwischen liegt der Fokus unserer Hilfsmaßnahmen auf der psychologischen Betreuung von Kriegstraumatisierten. Hier ist die Kirche für viele Betroffene eine unersetzliche Anlaufstelle.

Wir fördern außerdem die Aus- und Weiterbildung von Priestern und Ordensleuten und ermöglichen es ihnen durch existenzsichernde Maßnahmen, weiterhin denen zur Seite zu stehen, die ihre Hilfe dringend benötigen.

Doch nicht nur in der Ukraine, sondern auch in anderen europäischen Ländern ist die Kirche weiterhin auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen, insbesondere da, wo die Katholiken in der Minderheit sind.

Bereits während der Pandemie mussten viele Ordensgemeinschaften in Ost- und Mitteleuropa verstärkt finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen. Seit dem Krieg in der Ukraine und der dadurch verstärkten Wirtschaftskrise hat sich die Lage für viele Klöster nochmals zugespitzt, was insbesondere auf die stark gestiegenen Energiepreise zurückzuführen ist. Hier leisten wir weiterhin Zuschüsse zum Lebensunterhalt der Ordensleute. Darüber hinaus unterstützen wir Priester mit Mess-Stipendien und fördern dringend notwendige Renovierungen an kirchlichen Gebäuden.

Überblick über Asien/Ozeanien

In Asien und Ozeanien ist die Kirche mit vielfältigen und regional sehr unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert. In vielen Regionen erschweren Armut und Naturkatastrophen das Leben der Bevölkerung. Auch Landflucht und Migration sind vielerorts Probleme, die pastorale und sozial-karitative Antworten erfordern. Während Ozeanien überwiegend christlich geprägt ist, sind Christen in den meisten asiatischen Ländern in der Minderheit und sind aufgrund ihres Glaubens oft Diskriminierungen und Angriffen ausgesetzt. In den letzten Jahren hat sich die Lage in vielen Ländern zugespitzt. ACN steht den Ortskirchen verlässlich zur Seite und hat 2025 mit 19,4 Millionen Euro (davon über 0,85 Millionen Euro für Ozeanien) geholfen.

In mehreren asiatischen Ländern wird das Christentum als schädlicher Einfluss aus dem Ausland betrachtet, der die Vorherrschaft der führenden Partei oder die vermeintliche religiöse Geschlossenheit der Nation bedroht. In der Folge machen nationalistische Bewegungen und autoritäre Regierungssysteme vielen Christen das Leben schwer.

ACN hilft den Ortskirchen dabei, ihren vielfältigen Aufgaben nachzukommen. Besonders unterstützen wir die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laien. Aber auch die Förderung der Familien- und Jugendpastoral steht weit oben auf unserer Prioritätenliste. Denn der Zerfall von Familien sowie die Entwurzelung und Desorientierung der Jugend sind inzwischen weltweit ein Problem, das auch Asien und Ozeanien nicht verschont.

Finanzielle Hilfe leisten wir überdies beim Bau und der Renovierung kirchlicher Gebäude sowie bei der Anschaffung von Fahrzeugen für die Seelsorge und für die Bereitstellung von katechetischem Material. In Ländern mit muslimischer oder andersgläubiger Mehrheit unterstützen wir bisweilen auch Initiativen für den
interreligiösen Dialog, um das friedliche Zusammenleben zu stärken.

Unsere weltweiten Projekte

Libanon : Hilfe für die Universitätsseelsorge in Baabda

Der Libanon erlebt seit 2019 einen der schwersten Wirtschaftskollapse der modernen Geschichte. Fast die Hälfte bis drei Viertel der Bevölkerung lebt mittlerweile unter der Armutsgrenze, auch die Mittelschicht ist weitgehend...

Brasilien : Ein Jugendkongress für die Evangelisierung im Amazonasgebiet

Die Diözese Juína liegt mitten im Amazonasgebiet und erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von 122.000 Quadratkilometer. Sie ist aber in nur vierzehn Pfarreien aufgeteilt, zu denen insgesamt 380 Gemeinden...

Guatemala : Ein Auto für das Apostolische Vikariat El Petén

Mit einer Fläche von ca. 36.000 Quadratkilometern erstreckt sich das Apostolische Vikariat El Petén über ein Drittel des Staatsgebietes von Guatemala. Allerdings ist es mit nur rund 900.000 Einwohnern dünn...

Indonesien : Eine Kapelle für das Dorf Golo Popa

Vor einiger Zeit hatten wir einen Hilferuf aus Indonesien weitergeleitet. Die Gläubigen in Golo Popa auf der Insel Flores hatten kein Gotteshaus und mussten sich sonntags in der Dorfschule zur...

Madagaskar : Eine neue Dorfkapelle in Morafeno

Die Mission von Ankililoaka liegt im Südwesten Madagaskars in einem ländlichen und stark unterentwickelten Gebiet. Sie wird von Salesianerpatres betreut. Die Einwohner sind in der jüngeren Vergangenheit überhaupt zum ersten...

Kenia : Geräte für das Backen von Hostien für kontemplative Schwestern

Seit 1999 gibt es in der Diözese Machakos im Süden Kenias ein Karmelitinnenkloster, das im Laufe der Jahre mit zahlreichen Berufungen gesegnet wurde. 26 Schwestern leben dort derzeit. Sie stammen...

Äthiopien : Eine Weiterbildung für 300 Katecheten des Apostolischen Vikariats Hawassa

Eine Weiterbildung für 300 Katecheten des Apostolischen Vikariats Hawassa Das Apostolische Vikariat Hawassa liegt im Süden Äthiopiens. Es erstreckt sich über ein riesiges Gebiet, das mit 118.000 Quadratkilometern ein Drittel...

So werden Spenden zu konkreter Hilfe für Christen in Not

Seit 79 Jahren sorgen wir mit Professionalität, Transparenz, Effektivität und Effizienz dafür, dass die Spenden unserer Wohltäter ihre bestmögliche Wirkung genau dort entfalten, wo sie am dringendsten gebraucht werden: bei der bedürftigen Kirche vor Ort.

  1. Der Bedarf für eine Projekthilfe entsteht an einem Ort, an dem die Kirche unter Armut oder Verfolgung leidet.
 Die Diözese oder Gemeinde leitet das Projekt mit Empfehlung des örtlichen Bischofs oder Vorgesetzten an die Zentrale von ACN (Aid to the Church in Need) in Königstein, Deutschland, weiter.
  2. Der Projektreferent für die Region analysiert das Projekt. Bei Bedarf bittet er um weitere Informationen. Innerhalb von maximal drei Monaten bestätigt die ACN Zentrale, ob das Projekt genehmigt wird oder nicht.
  3. Die ACN Zentrale informiert die nationalen Büros über Projekte zur Spendenwerbung und Finanzierung durch Wohltäter vor Ort.
  4. Die Büros organisieren Informationsund Aufklärungsmaßnahmen, damit die Spender die Projekte unterstützen.
  5. Die Wohltäter fühlen sich zur Zusammenarbeit aufgerufen und spenden.
  6. Die nationalen ACN Büros überweisen die Spendenbeiträge an die ACN Zentrale.
  7. ACN entscheidet über Projekte und deren Finanzierung, verfolgt und überwacht die Umsetzung

Zwischen einem und sechs Monaten nach der Genehmigung des Projekts übernimmt ACN die Kosten für das genehmigte Projekt. Bei Notfällen stellt die ACN Zentrale die Hilfsgelder sofort bereit.