Home » Nachricht » Demokratische Republik Kongo: „Was uns empört, ist das Schweigen der internationalen Gemeinschaft“, erklärt ein Priester nach dem Anschlag auf eine Kirche

Demokratische Republik Kongo: „Was uns empört, ist das Schweigen der internationalen Gemeinschaft“, erklärt ein Priester nach dem Anschlag auf eine Kirche

Einige Tage nach dem Anschlag auf eine protestantische Kirche im Osten der Demokratischen Republik Kongo prangert Marcelo Oliveira, Comboni-Priester und Missionar in dem afrikanischen Land, das Schweigen der internationalen Gemeinschaft angesichts der schrecklichen Gewalt und der Angst an, in der die Bevölkerung lebt, insbesondere in den Gebieten, in denen verschiedene bewaffnete Milizen operieren. „Der Terror ist weit verbreitet“, so der Geistliche in einer Botschaft an das internationale Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN).

terror in the democratic republic of congo
P. Marcelo Oliveira

Der brutale Terroranschlag, der am Sonntag, den 15. Januar, auf eine protestantische Kirche in Kasindi in der Provinz Nord-Kivu nahe der ugandischen Grenze verübt wurde, löst weiterhin große Empörung aus, weil es sich um einen gezielten und vorsätzlichen Angriff auf eine christliche Gemeinde handelt. Pater Marcelo Oliveira, ein portugiesischer Comboni-Missionar, der seit mehreren Jahren in der Demokratischen Republik Kongo lebt, spricht in seiner Botschaft an das portugiesische Büro von ACN sogar von einem Aufstand.

„In der Region Nord-Kivu im Osten des Landes kommt es häufig zu Anschlägen. Die Vorgehensweise der Rebellen besteht darin, die Dörfer anzugreifen und die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Menschen müssen ständig aus ihren Dörfern fliehen, sich mitten im Wald verstecken und darauf warten, dass [die Rebellen] die Dörfer verlassen“, erklärt der Priester. „Die Methode besteht darin, die Menschen in die Flucht zu schlagen, um sich eines Teils ihres Landes zu bemächtigen, das sehr reich an Bodenschätzen ist“. Er fügt hinzu, dass in diesem Teil des Landes „der Terror weit verbreitet ist“.

terror in the democratic republic of congo
Kanyaruchinya-Lager für Vertriebene in Goma im Jahr 2012

Für Pater Marcelo, der Generaladministrator der Comboni-Provinz ist, ist das Abscheulischste das Schweigen, mit dem die Welt all dieser Gewalt gegen arme und wehrlose Menschen zuschaut. „Heute ist dieses Dorf dran, das nächste Mal ein anderes, und das alles geschieht in aller Stille … Was uns als Missionare so oft empört, ist das Schweigen der internationalen Gemeinschaft, das Schweigen, das herrscht, während Menschen abgeschlachtet werden.“

terror in the democratic republic of congo
Feuer in zwei Autos nach Anschlag in der Diözese Butembo-Beni

Der Anschlag auf die evangelische Kirche am Sonntag, den 15. Januar, ist Teil dieser Strategie des Terrors. Diesmal waren es die selbsternannten Alliierten Demokratischen Kräfte (ADF), die mit einer selbstgebastelten Bombe einen Anschlag auf eine protestantische Kirche an einem Tag verübten, an dem das Gotteshaus besonders voll war. Denn, so Pater Marcelo, „es wurden Taufen gefeiert“. Die Bombe wurde in der Mitte der Gläubigen deponiert und verursachte mindestens 15 Tote und Dutzende von Verletzten.

Don't miss the latest updates!

Gaza: Osterhoffnung inmitten der Trümmer

Auf dem Gelände der katholischen Pfarrei in Gaza hat die…

Libanon. „Das ist kein gerechter Krieg, es ist eine Niederlage für uns alle.“

Der libanesische Bischof Jules Boutros erklärt gegenüber ACN, dass die…

Nahostkrieg: Aid to the Church in Need weitet Nothilfe im Libanon aus

Angesichts der jüngsten Eskalation im Libanon intensiviert das päpstliche Hilfswerk…

„Die Kirche ist im Libanon wirklich ein Fels in der Brandung“ – inmitten zunehmender Luftangriffe

Die Kirchen haben ihre Türen für Binnenvertriebene geöffnet. Doch ihre…

Die weltweite ACN-Petition für Religionsfreiheit erreicht mehr als 20 000 Unterschriften

Laut dem aktuellen „Bericht zur Religionsfreiheit in der Welt“ leben…

ALGERIEN: Der Papst besucht Annaba als „Sohn des heiligen Augustinus“

Mitte April wird erstmals ein Papst Algerien besuchen. Leo XIV.,…

Mauretanien: Die Herausforderungen, eine Gemeinschaft von Migranten zu betreuen

Die einzige Diözese Mauretaniens hat gerade ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert.…

Gaza: Osterhoffnung inmitten der Trümmer

Auf dem Gelände der katholischen Pfarrei in Gaza hat die Karwoche inmitten des anhaltenden Krieges und großer Not begonnen. Dennoch möchte die Gemeinde Ostern mit Inbrunst feiern – getragen vom...

Nigeria: „Für uns ist die Karwoche kein historisches Ereignis, sondern heutige Realität. Mein Volk erlebt einen Exodus“

Der Bischof von Wukari berichtet ACN vom Leid seiner Gläubigen. Er fordert die nigerianische Bundesregierung auf, mehr zu tun, um der Gewalt Einhalt zu gebieten. Die Diözese Wukari im Bundesstaat...

Jerusalem: Existenz christlicher Schulen bedroht

Am 10. März 2026 teilte das israelische Bildungsministerium mit, dass für das Schuljahr 2026/27 keine Arbeitsgenehmigungen mehr für palästinensische Lehrkräfte mit Wohnsitz im besetzten Westjordanland ausgestellt werden, die eine „Green...