{"id":179708,"date":"2023-04-03T15:12:52","date_gmt":"2023-04-03T13:12:52","guid":{"rendered":"https:\/\/acninternational.org\/?p=179708"},"modified":"2023-04-03T15:12:56","modified_gmt":"2023-04-03T13:12:56","slug":"ruanda-vergebung-ist-eine-gottgegebene-kraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/acninternational.org\/de\/ruanda-vergebung-ist-eine-gottgegebene-kraft\/","title":{"rendered":"RUANDA: \u201eVergebung ist eine gottgegebene Kraft\u201c"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Wie die Kirche die Resozialisierung aufgrund des V\u00f6lkermords an den Tutsis verurteilter H\u00e4ftlinge unterst\u00fctzt.<\/strong><\/h4>\n<p><em>Der 7. April wurde zum \u201eInternationalen Tag des Gedenkens an den V\u00f6lkermord von 1994 an den Tutsis in Ruanda\u201c erkl\u00e4rt.<\/em><em> 29 Jahre nach diesen tragischen Ereignissen, die vom 7. April bis 15. Juli 1994 stattfanden, sind diese heute noch inhaftierten M\u00e4nner diejenigen, die zur H\u00f6chststrafe verurteilt wurden.<\/em> <em>Pater Th\u00e9og\u00e8ne Ngoboka, Leiter der Di\u00f6zesankommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden in Cyangugu, ist verantwortlich auch f\u00fcr die Gef\u00e4ngnisseelsorge in der Haftanstalt von Rusizi, in der 3850 H\u00e4ftlinge, darunter 1300 wegen V\u00f6lkermordes verurteilte M\u00e4nner.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-179697\" src=\"https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230224-141705-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230224-141705-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230224-141705-300x225.jpeg 300w, https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230224-141705-768x576.jpeg 768w, https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230224-141705.jpeg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p><em>Agn\u00e8s Sebaux, Mitarbeiterin der Abteilung Kommunikation von Aid to the Church in Need (ACN), sprach mit ihm w\u00e4hrend einer Reise nach Ruanda. <\/em><\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie uns noch einmal erz\u00e4hlen, wie diese Menschen verurteilt worden?<\/strong><\/p>\n<p>Sie wurden von aus den Dorf\u00e4ltesten gebildeten traditionellen Volksgerichten, sogenannten Gacaca-Gerichten, verurteilt. \u201eGacaca\u201c bedeutet in der ruandischen Sprache Kinyarwanda \u201eweiches Gras\u201c, es ist der Ort, an dem man sich versammelt. Urspr\u00fcnglich erm\u00f6glichten die Gacaca-Gerichte die Bereinigung von Streitigkeiten zwischen Nachbarn oder Familienmitgliedern. Es handelte sich um eine Versammlung der Dorfbewohner unter dem Vorsitz der Dorf\u00e4ltesten, bei der jeder um das Wort bitten durfte. Diese Gacaca-Gerichte wurden wieder ins Leben gerufen, um die erforderlichen Gerichtsverfahren einiger 100\u00a0000 Menschen zu beschleunigen, die beschuldigt wurden, am V\u00f6lkermord beteiligt gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner, die 29 Jahre sp\u00e4ter immer noch im Gef\u00e4ngnis sitzen, sind diejenigen, die die ihnen angelasteten Taten nicht gestehen und zugeben wollten, oder diejenigen, die in mehreren Bereichen Verbrechen begangen haben und deren Strafen kumuliert wurden, oder auch die M\u00e4nner, die diesen V\u00f6lkermord predigten und die Befehle erteilten.<\/p>\n<h4><strong>Sie sind Gef\u00e4ngnisseelsorger in dieser Haftanstalt. Woraus besteht Ihre Aufgabe dort?<\/strong><\/h4>\n<p>Ich habe ein st\u00e4ndiges Besuchsrecht. Zusammen mit den Freiwilligen, die in der Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden arbeiten, helfe ich den H\u00e4ftlingen, die bald freigelassen werden, bei der Vorbereitung ihrer Entlassung. Tats\u00e4chlich ist es so, dass Sie zwar gegen\u00fcber dem Gesetz Ihre Strafe verb\u00fc\u00dft haben k\u00f6nnen, doch die Gesellschaft wird Sie weiterhin verurteilen. Ich erkl\u00e4re den H\u00e4ftlingen, dass es wichtig und notwendig ist, sich mit der Gemeinschaft zu vers\u00f6hnen.<\/p>\n<h4><strong>Wie helfen Sie diesen Menschen?<\/strong><\/h4>\n<p>Es handelt sich hierbei um einen langwierigen Prozess der Begleitung der Gefangenen und auch der Gemeinschaft, in die sie zur\u00fcckkehren werden, um sich dort niederzulassen, damit sie gemeinsam den Weg der Vers\u00f6hnung gehen.<\/p>\n<p>Zuerst bereiten wir die H\u00e4ftlinge darauf vor, indem wir sie dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, dass es notwendig ist, dass sie um Vergebung bitten. \u201eDie Gemeinschaft hat immer noch etwas gegen Sie. Sind Sie bereit, Ihre Taten zu gestehen, die Gemeinschaft um Vergebung zu bitten? Wir verpflichten uns dazu, als Vermittler zwischen Ihnen und den \u00dcberlebenden einzutreten.\u201c Wenn diese H\u00e4ftlinge dazu bereit sind, diesen Weg zu gehen, schreiben sie an alle Menschen, die sie um Vergebung bitten wollen, einen Brief. Sie verpflichten sich dazu, ihr Verhalten zu \u00e4ndern und dr\u00fccken ihren Wunsch aus, harmonisch mit der Gemeinschaft zusammenzuleben. Die Leitung der Haftanstalt unterschreibt diese Briefe, um ihre Echtheit zu beglaubigen.<\/p>\n<p>Die Briefe werden den \u00fcberlebenden Familienangeh\u00f6rigen dann durch Priester oder die freiwilligen Helfer der Kommission Gerechtigkeit und Frieden der entsprechenden Kirchengemeinden\u00fcberbracht. Sie \u00fcbernehmen es auch, die Absicht des H\u00e4ftlings zu erkl\u00e4ren. Dann entsteht ein Dialog, um die G\u00fcltigkeit der Aussagen zu \u00fcberpr\u00fcfen. So gibt es beispielsweise Briefe, in denen alle Informationen stehen, in anderen Briefen sind sie nicht vollst\u00e4ndig\u2026 Die Opfer f\u00fchren dann andere Fakten auf. Die Kommission \u00fcbernimmt es, all diese fehlenden Informationen festzuhalten und an den H\u00e4ftling zur\u00fcckzuschicken. Wir arbeiten als Vermittler, damit die Wahrheit ans Tageslicht kommt.<\/p>\n<h4><strong>Und was passiert, wenn die Wahrheit ans Licht gekommen ist? <\/strong><\/h4>\n<p>Wenn der \u00dcberlebende best\u00e4tigt, dass der Brief wirklich vollst\u00e4ndig ist, dann wird ihm vorgeschlagen, in die Haftanstalt zu kommen, um sich mit dem H\u00e4ftling auszutauschen. Es gibt jeden Monat einen Tag, an dem wir diese Besuche mit dem Sozialdienst der Haftanstalt organisieren. Wir sind dabei immer Vermittler und nehmen an diesem Treffen teil. Wir vereinfachen den Austausch. Dabei kommen starke Gef\u00fchle hoch.<\/p>\n<p>Wenn danach die Vergebung gew\u00e4hrt und akzeptiert wird, muss sie auf die Familienmitglieder ausgeweitet werden. Die Vergebung muss von der ganzen Familie akzeptiert werden, sowohl von den Familienmitgliedern des \u00dcberlebenden als auch von den Familienmitgliedern des H\u00e4ftlings.<\/p>\n<p>Wir arbeiten auch innerhalb der Gemeinschaft selbst. Wir organisieren auf der einen Seite Treffen mit den \u00dcberlebenden, und auf der anderen Seite mit den Familien der H\u00e4ftlinge. Anschlie\u00dfend bringen wir beide Seiten zusammen. Die meisten dieser Menschen sind gl\u00e4ubig, und innerhalb dieses Prozesses der Vergebung spielt der Glaube eine ma\u00dfgebliche Rolle. Alle unsere Begegnungen finden um das Wort Gottes herum statt, in welchem wir Vorbilder f\u00fcr Vergebung finden. Wir beten und tauschen uns \u00fcber diese Bibeltexte aus, die zeigen, wie sehr die Vergebung befreit. Wir laden auch Menschen ein, die diesen Vergebungsprozess bereits hinter sich haben, damit sie von ihren Erfahrungen berichten. Das ermutigt die anderen. Wenn die H\u00e4ftlinge dann freigelassen werden, kommen sie in eine Gemeinschaft, die vorbereitet wurde.<\/p>\n<h4><strong>Das ist ein langwieriger Prozess\u2026<\/strong><\/h4>\n<p>Ja, und deshalb beginnen wir damit drei Jahre vor der Entlassung. Auch wenn der H\u00e4ftling freigelassen wurde, ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Wir verpflichten uns dazu, den Weg noch mindestens sechs Monate lang weiterzugehen, damit H\u00e4ftlinge und Opfer ihre Angst \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Wir organisieren Begegnungen um das Wort Gottes herum, gemeinschaftliche T\u00e4tigkeiten, die es erm\u00f6glichen, zusammenzuarbeiten, auf dem Feld oder beim Hausbau\u2026 Wir bitten sie, sich zu besuchen. Vers\u00f6hnung geschieht nicht automatisch. Vertrauen muss aufgebaut werden. Es ist ein langwieriger Weg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-179703\" src=\"https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230329-143497.jpeg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230329-143497.jpeg 900w, https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230329-143497-300x200.jpeg 300w, https:\/\/media.acninternational.org\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/ACN-20230329-143497-768x512.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p>Wir organisieren ebenfalls Pilgerfahrten nach Kibeho (Marienerscheinungsort), wohin wir kleine Gruppen aus den verschiedenen Pfarreien einladen. Jeder erz\u00e4hlt dann, welchen Weg er gegangen ist. Man tauscht sich aus. Jeder best\u00e4rkt sich selbst auf seinem Weg der Vergebung.<\/p>\n<p>Nach sechs Monaten versucht die Kommission Gerechtigkeit und Frieden, den Stand der Vers\u00f6hnung einzusch\u00e4tzen. Die freiwilligen Helfer, die die Beteiligten begleiten, teilen ihre Sichtweise bez\u00fcglich des Prozesses und der durchgef\u00fchrten gemeinsamen Aktivit\u00e4ten mit. Wenn dieser Prozess erfolgreich verlaufen ist, organisiert die Kirche einen offiziellen Tag der Einheit und der Vers\u00f6hnung. Die H\u00e4ftlinge werden in der Kirche empfangen und bitten offiziell um Vergebung. Sie gestehen in der \u00d6ffentlichkeit, was sie getan haben, und bitten um Vergebung. Auch die Opfer sprechen \u00f6ffentlich ihre Vergebung aus.<\/p>\n<h4><strong>Welchen Schwierigkeiten begegnen Sie dabei?<\/strong><\/h4>\n<p>Dieses Verfahren erfordert riesige Anstrengungen. Sogar 29 Jahre sp\u00e4ter sind die Verletzungen immer noch sp\u00fcrbar. Manche Menschen wollen nicht wieder mit den Wunden konfrontiert werden, weil sie gerade begonnen haben, zu verheilen\u2026 Damit diese Vers\u00f6hnung \u00fcberhaupt Aussicht auf Erfolg hat, muss das Opfer von der Aufrichtigkeit der Bitte um Vergebung \u00fcberzeugt sein, und es m\u00fcssen s\u00e4mtliche begangenen Taten aufgedeckt werden. Zahlreiche Opfer k\u00f6nnen immer noch nicht um ihre Angeh\u00f6rigen trauern, weil sie nicht wissen, wo sich deren Leichen befinden. Sie erwarten von den Henkern, den Ort ihres Verbrechens zu erfahren.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den ehemaligen H\u00e4ftling ist es sehr schwer. Manche der H\u00e4ftlinge sagen uns, dass \u201ees drau\u00dfen schlimmer als im Gef\u00e4ngnis ist: Meine Frau f\u00fchrt nun ein neues Leben, mit einem anderen Mann. Ich habe Angst, den Mitgliedern der Familie zu begegnen, deren Angeh\u00f6rige ich get\u00f6tet habe.\u00a0 Wie kann ich in die Kirche gehen, wo ich Morde begangen habe?\u201c.<\/p>\n<p>Eine weitere Schwierigkeit beruht darin, dass nicht alle Mitglieder der Opferfamilie Vergebung aussprechen wollen der Rest der Familie. Es ist notwendig, den Rhythmus jedes einzelnen zu respektieren und ihn auf diesem Weg zu begleiten.<\/p>\n<h4><strong>Manche der H\u00e4ftlinge geben die ihnen angelasteten Verbrechen nicht zu. Gibt es eine Unschuldsvermutung?<\/strong><\/h4>\n<p>Bei der Verurteilung der Mehrheit der am V\u00f6lkermord beteiligten Menschen waren die Gacaca-Gerichte eine sehr gro\u00dfe Unterst\u00fctzung, doch diese von den Dorf\u00e4ltesten gehaltenen Gerichte hatten auch ihre Grenzen. Wenn es nicht gen\u00fcgend Beweise gab, konnte es sein, dass Sie, auch wenn Sie behaupteten, Sie seien unschuldig, verurteilt wurden. Im Zuge unserer Arbeit begegnen uns einige H\u00e4ftlinge, die zu Unrecht angeklagt und inhaftiert wurden. Es kann zum Beispiel sein, dass H\u00e4ftlinge zugeben, dass sie gepl\u00fcndert, aber nicht get\u00f6tet haben. So erhoben einige \u00dcberlebende unter dem Eindruck ihrer Gef\u00fchle oder aufgrund von Rachegel\u00fcsten falsche Anschuldigungen. Wenn jedoch das Gerichtsurteil ausgesprochen wurde, ist es schwierig, die Zeit zur\u00fcckzudrehen.<\/p>\n<h4><strong>Haben Sie einige dieser H\u00e4ftlinge begleitet, um sie auf ihre Entlassung aus der Haft vorzubereiten?<\/strong><\/h4>\n<p>Ja, das gab es. Ich erkl\u00e4rte ihnen, dass die Vers\u00f6hnung auf Wahrheit, der Bitte um Vergebung und der Annahme der Vergebung beruht. Jeder Fall ist einzigartig. Wir m\u00fcssen hier zuh\u00f6ren, unterscheiden und versuchen, die Wahrheit herauszufinden, was wirklich passiert es.<\/p>\n<h4><strong>K\u00f6nnen Sie mir berichten, wie eine dieser Vers\u00f6hnungen verlaufen ist?<\/strong><\/h4>\n<p>Ja, zum Beispiel die Vers\u00f6hnung von Herman H. und Gaston N. aus Mibirizi. W\u00e4hrend des V\u00f6lkermordes an den Tutsis war Herman f\u00fcr die Verwaltungszelle verantwortlich, und er hat zahlreiche Menschen get\u00f6tet. Da er vor dem Gacaca-Gericht seine gro\u00dfe Verantwortung in diesem V\u00f6lkermord zugab, wurde das erste Urteil, das f\u00fcr ihn die Todesstrafe vorsah, in eine Haftstrafe von 25 Jahren umgewandelt. Anl\u00e4sslich des offiziellen Tages der Einheit und der Vers\u00f6hnung berichtete Herman folgendes:<\/p>\n<p><em>\u201eAls ich herauskam, sah ich in meinem Leben keinen Sinn mehr. Ich war verst\u00f6rt. Ich konnte weder in den Gottesdienst, noch auf den Markt gehen. Ich wollte einfach nur bei mir zu Hause eingeschlossen bleiben. H\u00e4tte man mich vor die Wahl gestellt, w\u00e4re es mir damals lieber gewesen, ins Gef\u00e4ngnis zur\u00fcckzukehren, anstatt so zu leben. Pater Cl\u00e9ment, der Priester meiner Gemeinde, gab bekannt, dass er sich mit freigelassenen ehemaligen H\u00e4ftlingen und ihren Familienmitgliedern treffen wollte. Er kam zu mir nach Hause. Mit ihm zusammen habe ich mit diesem Prozess begonnen, der nicht einfach war, doch er blieb weiterhin an meiner Seite, bis ich Gaston\u00a0 N. gegen\u00fcbertreten konnte, dem Oberhaupt der gro\u00dfen Familie, die ich umgebracht habe. Ich bat ihn um Verzeihung, und er hat mir verziehen.\u201c. <\/em><\/p>\n<p>Gaston N. wiederum hat weder sein Martyrium noch alle Folterungen durch Herman H. vergessen. Die Narben, die er davontrug, sind heute noch sichtbar. Er verweilte lange im Hass, vermischt mit seiner Traumatisierung. Durch die Begleitung der psychosozialen Betreuer der Kommission Gerechtigkeit und Frieden von Mibirizi ist es ihm gelungen, den Prozess der Vergebung anzugehen. Er sagte, dass sein Herz wirklich befreit worden sei und er Herman aufrichtig Vergebung gew\u00e4hrte. Heute leben sie gut. Zwischen ihnen gibt es weder Vorurteile noch Verd\u00e4chtigungen<em>. <\/em><\/p>\n<h4><strong>Glauben Sie, dass dieser Vers\u00f6hnungsprozess ohne die Hilfe von Gott m\u00f6glich w\u00e4re?<\/strong><\/h4>\n<p>Nein! Vergebung ist ein Wunder, ein Geschenk Gottes\u2026 Wenn Sie all die Gr\u00e4ueltaten h\u00f6ren, die begangen wurden\u2026 Vergebung ist eine gottgegebene Kraft.<\/p>\n<h4><strong>Im Jahr 2023 f\u00e4llt das Gedenken an den V\u00f6lkermord mit der Feier des Karfreitags zusammen. Ist das ein Zeichen f\u00fcr Sie?<\/strong><\/h4>\n<p>Ja, sicher, es ist ein deutliches Zeichen, dass Gott in unseren schmerzlichen Momenten bei uns ist. W\u00e4hrend des V\u00f6lkermords fragten sich viele Ruander, die sehr religi\u00f6s waren, wo Gott sei, vor allem weil ein sehr bekanntes ruandisches Sprichwort sagt: \u201eGott verbringt den Tag in anderen L\u00e4ndern und kommt immer zur\u00fcck, um die Nacht in Ruanda zu verbringen\u201c! Viele Menschen fragen sich immer noch, warum Gott angesichts ihres Leids schweigt. Die Antwort auf diese Frage findet sich in dem Geheimnis, das wir am Karfreitag feiern: Gott war bei seinen leidenden Kindern, seinen verfolgten Gerechten, seinen abgeschlachteten Unschuldigen. Vergessen wir nicht, dass nach dem Karfreitag das Osterfest kommt, das Zeichen des Sieges des Lebens \u00fcber den Tod, das Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Jesus Christus.<\/p>\n<p><em>Im Jahr 2021 wurden in der Di\u00f6zese Cyangugu 154 H\u00e4ftlinge begleitet und Treffen mit 98 Familien organisiert, die den V\u00f6lkermord \u00fcberlebt haben. ACN unterst\u00fctzt die Arbeit der Nationalen Kommission f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden durch die Unterst\u00fctzung eines Projekts zur Ausbildung von 120 Priestern und Ordensleuten in drei Di\u00f6zesen in den Bereichen Trauma-Sensibilisierung, aktives Zuh\u00f6ren und psycho-spirituelle Begleitung zur St\u00e4rkung der Resilienz der Gemeinschaft.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Kirche die Resozialisierung aufgrund des V\u00f6lkermords an den Tutsis verurteilter H\u00e4ftlinge unterst\u00fctzt. Der 7. 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