Vietnam in 2018

Anzahl Projekte 2018
J
140
Project
applications
K
139
Funded
projects
Art der Projekte 2018
Projektreferent

Das kommunistisch regierte und konfuzianisch geprägte Vietnam hat in den letzten Jahren zwar bedeutende wirtschaftliche Fortschritte gemacht, dennoch zählt Vietnam unter den Ländern mittleren Einkommens noch immer zu den ärmeren. Der Wunsch nach höherem Lebensstandard und konsumorientiertes Denken treiben die Menschen massenhaft in die Städte. Den damit einhergehenden Prozess von Entwurzelung und Glaubenskrise beobachtet auch die Kirche mit großer Sorge. ACN unterstützt die katholische Kirche in ihren Bemühungen, den Gläubigen wieder Halt und Perspektiven zu geben.

Infolge der zunehmenden Wanderarbeit und Landflucht gehen die traditionellen Werte und Gebräuche in Vietnam zusehends verloren. Während junge Eltern oft Arbeit in den Städten suchen, wachsen ihre Kinder meist bei den Großeltern auf. Vor diesem Hintergrund hat die Bischofskonferenz 2017 ein Dreijahresprogramm zur pastoralen Begleitung der Familien ins Leben gerufen und angefangen, ihre Katechese den gesellschaftlichen Umwälzungen anzupassen. Ohne ausreichend geschulten Nachwuchs an Priestern und Schwestern sind solche Herausforderungen kaum zu bewältigen. Unsere Hilfe für die vietnamesische Kirche umfasst daher auch Stipendien und Ausbildungsbeihilfen, die vor allem Schwestern sowie Ordensmännern und Diözesanpriestern zugutekommen.

Our help for the Vietnamese Church therefore also includes stipends and training allowances.
Unsere Hilfe für die vietnamesische Kirche umfasst auch Stipendien und Ausbildungsbeihilfen.

» Familien, die infolge von Wanderarbeit zerfallen, versucht die Kirche Heimat zu sein. «

Sorgen bereitet der Kirche auch das Thema Religionsfreiheit. Zwar zeigt sich die Regierung in letzter Zeit den Religionen gegenüber toleranter, doch bemängelt die Bischofskonferenz am Religionsgesetz von 2016, es betrachte die Freiheit des Glaubens und der Religion nicht wirklich als ein Menschenrecht, sondern als eine Gnade, die erbeten werden müsse. Aufgrund von Kriegsschäden und Klimaveränderungen sind nach wie vor auch zahlreiche Renovierungen oder Neubauten von Gotteshäusern notwendig. Diesen Umständen versuchen wir weiterhin durch Bauhilfen maßvoll Rechnung zu tragen. Viele Bistümer achten ihrerseits sorgfältig darauf, ihre Eigenleistungen möglichst hoch zu halten und die Zuschüsse von ACN nur ergänzend einzusetzen. Eine erfreuliche Entwicklung, denn nichts macht uns zufriedener als Ortskirchen, die an Autarkie gewinnen.