Nigerianische Regierung mitschuldig an der Bewaffnung von Islamisten? Bischof spricht von Untätigkeit der Behörden angesichts der „Terrorwelle“

Surrey/Königstein, 03.05.2017. Ein Bischof wirft den nigerianischen Behörden vor, an Waffenlieferungen für ein islamistisches Terrornetzwerk beteiligt zu sein, das staatliche und bundesstaatliche Stellen unterwandere. Bischof Joseph Bagobiri von Kafanchan im nordnigerianischen Bundesstaat Kaduna beklagt, die Regierung tue wenig oder nichts gegen „eine Welle des Terrors“ gegen Christen und andere seitens islamistischer Fulani-Hirten, die nach seiner Einschätzung im vergangenen Jahr bereits 1000 Menschen getötet haben. Bischof Bagobiri äußerte sich nach einem Anschlag auf Gläubige, die sich im Dorf Asso in der Nähe der Hauptstadt Kaduna am 15. April versammelt hatten, um die Ostervigil zu feiern. Sie wurden von Viehhirten der ethnischen Gruppe der Fulani angegriffen. 12 Menschen starben, darunter 10 Katholiken. In einer exklusiven Nachricht an ACN (Aid to the Church in Need – Kirche in Not), dem katholischen Hilfswerk für verfolgte Christen, bezeichnet Bischof Bagobiri die Fulani-Extremisten als „Schwesterorganisation“ der Terrorgruppe Boko Haram. Die Täter der Osternacht seien zwar gesehen worden, doch es habe keinerlei Festnahmen gegeben. „Die bei den Attentaten der Islamisten verwendeten Waffen sind hochwertig. Daher vermuten wir, dass Anhänger der gleichen Volksgruppe in Regierung und Militär diese beschaffen“, sagte er. „Die Volksgruppe der Fulani ist in der Zollbehörde, in der Einwanderungsbehörde und im Innenministerium Nigerias vertreten. Es ist daher leicht, gefährliche Waffen ungehindert über unsere Grenzen ins Land zu schmuggeln. Gefundene Waffen werden der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden übergeben, und man hört häufig nichts mehr über diese Waffen. Fulanis bekleiden leitende Funktionen in staatlichen und bundesstaatlichen Behörden und scheinen stärker mit den Angreifern und Mördern zu sympathisieren als mit den wehrlosen Opfern.“ Bischof Bagobiri äußerte diese Einschätzungen gegenüber ACN nach einer Predigt bei der Beerdigung einer der Opfer der Gewalttaten vom 15. April während der Ostervigil. Über den Einfluss des internationalen Terrorismus in Nigeria und andernorts sagte er: „Die Terroristen der Fulani-Volksgruppe und die terroristischen Schwesterorganisationen operieren heute weltweit … Die Dschihadisten setzen sich mit Gewalt durch … häufig durch Massenmorde an unschuldigen und wehrlosen Menschen.“ Über das Töten und Vertreiben von Christen in Nigeria sagte er: „Das ist es, was die Fulani-Dschihadisten heute in Südkaduna tun, in der Region Middle Belt und inzwischen auch im Südosten und Südwesten Nigerias. Die Zahl der Toten steigt von Tag zu Tag, wir sind von immer mehr Massengräbern umgeben.“ Der Bischof wies darauf hin, dass die mit einem Fluchtfahrzeug und Kriegswaffen ausgestatteten Fulani-Terroristen bei den letzten Attentaten die Strategie verfolgten, Christen zu töten, die sich zum Gebet versammeln. In seiner Predigt sagte er: „Es handelt sich offensichtlich um ein gut geplantes und finanziertes Programm systematischer Vernichtung.“ Er forderte die Regierung dazu auf, der indirekten Wahlfälschung nachzugehen, die den Islamisten vorgeworfen wird, die durch Gerrymandering Christen an den Rand gedrängt haben sollen. Er sagte: „Die willkürliche und  betrügerische Verschiebung der Grenzen von Wahlkreisen, durch die sich eine Region und eine Religion im Bundesstaat Kaduna Vorteile verschafft hat, muss überprüft und anhand der geografischen und statistischen Daten korrigiert werden, die missachtet wurden.“ Bischof Bagobiri schätzt die Terroristen der Fulani-Volksgruppe heute als drittschlimmste Terrororganisation der Welt ein. Er bittet um Gebet für Frieden und für die bedrohten Christen. Auch bittet er das Hilfswerk um Unterstützung. Er sagt: „Bitte suchen Sie nach Möglichkeiten, die Welt auf die Aktivitäten der Terroristen aus der Volksgruppe der Fulani aufmerksam zu machen.“ ACN unterstützt verfolgte Christen in Nigeria. Das Hilfswerk hilft Opfern von Gewalt, stellt armen und verfolgten Priestern Mess-Stipendien bereit, fördert die Renovierung von Kirchen und die Anschaffung von Fahrzeugen für Geistliche, die in abgelegenen Regionen arbeiten.

My gift to support the ACN mission with the persecuted Christians and those in need.

Neueste Nachrichten

HIER KÖNNEN SIE MEHR ÜBER Aid to the Church in Need ERFAHREN: http://www.churchinneed.org
logoacnwhy2

ÜBER UNS

Gegründet im Jahr 1947 als katholische Hilfsorganisation für Kriegsflüchtlinge und seit 2011 als päpstliche Stiftung anerkannt, widmet sich ACN dem Dienst an den Christen auf der ganzen Welt und hilft ihnen durch Information, Gebet und Handeln, wo immer sie verfolgt oder unterdrückt werden oder leiden müssen. ACN unterstützt jedes Jahr durchschnittlich 6000 Projekte in knapp 150 Ländern. Diese Hilfe wird dank privater Spenden realisiert, da die Stiftung keine öffentliche Förderung erhält.